Paketabgabe und KI-Steuer: Handelsverbände warnen vor Investitionsbremsen
16.10.2026 In Österreich macht der Handelsverband gegen die neue Paketsteuer mobil, in Deutschland kritisiert der bevh eine Besteuerung von KI-Umsätzen. Beide Verbände warnen vor zusätzlichen Belastungen, die Investitionen und Wachstum bremsen könnten.
Die Steuer beträgt zwei Euro pro Paket. Sie betrifft Versand- und Onlinehändler, deren Versandhandelsumsätze in Österreich im vorangegangenen Wirtschaftsjahr 100 Millionen Euro überschritten haben. Der vom Verband kritisierte Aufschlag von 2,40 Euro umfasst die Umsatzsteuer. Die Abgabe dient unter anderem der Gegenfinanzierung der Umsatzsteuersenkung auf ausgewählte Nahrungsmittel.
Österreich: Petition gegen höhere Kosten im Onlinehandel
Der Handelsverband warnt vor steigenden Endkundenpreisen und zusätzlichem Verwaltungsaufwand für Händler und Behörden. Nach seinen Angaben stehen fast 3.000 Arbeitsplätze und 360 Millionen Euro Wirtschaftsleistung auf dem Spiel. In einer vom Verband beauftragten repräsentativen Befragung von Reppublika Research lehnten 70 Prozent der Befragten die Paketsteuer ab; 92 Prozent erwarteten höhere Endkundenpreise."Die nationale Paketsteuer macht den Einkauf teurer und entzieht unseren Betrieben Geld für Arbeitsplätze und Investitionen", erklärt Rainer Will , Geschäftsführer des Handelsverbands. Mit der Petition "Österreichische Paketsteuer abschaffen!" will die Interessenvertretung den politischen Druck zur Rücknahme der Abgabe erhöhen.
Deutschland: bevh fordert Weiterbildung statt KI-Steuer
In Deutschland richtet sich die Kritik des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (bevh) gegen eine mögliche Besteuerung von Umsätzen mit künstlicher Intelligenz. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger hatte vorgeschlagen, damit den Umbau des Arbeitsmarkts zu finanzieren. Inzwischen hat er seinen Vorstoß relativiert: Zunächst solle das Wachstum durch KI im Vordergrund stehen, berichtete Welt .Birgit Janik , Leiterin Steuern beim bevh, warnt vor negativen Folgen für die Modernisierung von Unternehmen: "Eine Steuer auf den Einsatz von KI würde im Grunde Fortschritt und Produktivität besteuern." Statt zusätzlicher Belastungen fordert sie staatliche Investitionen in Weiterbildung. Daraus könnten zusätzliche Wertschöpfung und damit höhere Steuereinnahmen entstehen.
Während sich der österreichische Protest gegen eine bereits geltende Abgabe richtet, betrifft die deutsche Debatte einen politischen Vorstoß. Auch der Steuergegenstand ist zu unterscheiden: Wildbergers Vorschlag bezieht sich auf KI-Umsätze; die Kritik des bevh zielt auf die befürchtete Belastung des KI-Einsatzes in Unternehmen.
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