Technologie

Handelsmarketing: KI spart Aufwand, birgt aber Risiken für die Marke

von Susan Rönisch

07.10.2026 Die eigene App bleibt für Handelsunternehmen ein zentraler Marketingkanal, während die Optimierung für KI-Suchen an Bedeutung gewinnen soll. Künstliche Intelligenz wird bislang vor allem für Inhalte eingesetzt - mit Effizienzvorteilen, aber auch Risiken für die Eigenständigkeit der Markenkommunikation.

 (Bild: Emsu)
Bild: Emsu
Im Handelsmarketing ist Künstliche Intelligenz bislang vor allem in der Content-Produktion etabliert: 43,8 Prozent der befragten Marketingverantwortlichen bewerten ihren Einsatz dort als hoch oder sehr hoch, wie der Marketing Insights Report 2026 des EHI Retail Institute   zeigt. Als wichtigste Chance nennen die Befragten Effizienz, Automatisierung und Kostenvorteile; 62,5 Prozent der Nennungen entfallen auf diesen Bereich.

Zugleich thematisieren 45,2 Prozent der Antworten die Gefahr austauschbarer Kommunikation oder einer geschwächten Markeneigenständigkeit. Vorteile bei datenbasierten Analysen und der Unterstützung von Entscheidungen sehen 37,5 Prozent. Für eine breitere Nutzung gewinnen dem Bericht zufolge deshalb Qualitätsstandards, klare Markenverantwortung und Freigabeprozesse an Bedeutung.

KI-Nutzung konzentriert sich auf Inhalte

Andere Einsatzfelder sind bislang weniger ausgeprägt: Für Kundeninteraktion und Kundenservice nennt der Bericht 29,2 Prozent, für Personalisierung und Angebotssteuerung 21,3 Prozent. Marketingplanung und vorausschauende Analysen erreichen jeweils 16,7 Prozent. Für Digitalagenturen ergibt sich daraus ein Beratungsansatz: Neben der Automatisierung der Produktion geht es darum, die Qualität und Wiedererkennbarkeit von Markeninhalten sicherzustellen.

Bei den Marketingkanälen zählen die eigene App, E-Mail-Marketing, der Webauftritt, Instagram   und Werbung im Geschäft sowohl gegenwärtig als auch perspektivisch zu den Schlüsselkanälen. Mehr Bedeutung erwarten die Befragten künftig für die Optimierung von Inhalten für generative KI-Suchen, TikTok  , YouTube   und digitale Prospekte.

Print-Handzettel bleiben aktuell wichtig

Gedruckte Handzettel gelten als gegenwärtig bedeutend, werden für die Zukunft jedoch schwächer eingeschätzt. Kundenmagazine, postalische Direktwerbung, Facebook  , Audio und Außenwerbung ordnen die Marketingverantwortlichen eher als ergänzende Kanäle ein. Marlene Lohmann  , Marketingexpertin des EHI, empfiehlt: "Für Händler heißt das: Sie sollten Wachstumskanäle gezielt ausbauen und regelmäßig prüfen, welche ihrer bisherigen Kanäle sich weiterhin bewähren".

Preview von Relevanzbewertung der verschiedenen Marketingkanäle
Relevanzbewertung der verschiedenen Marketingkanäle

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