Jeder Zweite in Europa shoppt inkognito
29.08.2025 Eine repräsentative Umfrage zeigt: 50 Prozent der EuropäerInnen haben im vergangenen Jahr Produkte gekauft, die sie bewusst verheimlichen. Besonders betroffen sind Jüngere - und gerade sensible Warengruppen landen häufig online im Warenkorb. Für den Handel eröffnet dies Chancen, aber auch neue Anforderungen an Logistik und Kommunikation.
Junge Generation besonders diskret
Die Studie zeigt klare Altersunterschiede: Unter 30-Jährige kaufen deutlich häufiger heimlich ein - rund 60 Prozent von ihnen gaben an, im letzten Jahr etwas verschwiegen zu haben. Mit zunehmendem Alter sinkt die Quote. Geschlechterunterschiede sind dagegen kaum relevant.Nationale Unterschiede im Einkaufsverhalten
Zwischen den Ländern zeigen sich deutliche Unterschiede. In Italien und Österreich ist heimliches Shopping besonders verbreitet, während in Frankreich die Offenheit am größten ist. Deutschland liegt im europäischen Mittelfeld, die Schweiz knapp darüber.Ein spezieller Fall ist Italien: Hier richten sich die Geheimniskäufe seltener gegen den Partner, sondern häufiger gegen die Eltern - was mit dem vergleichsweise hohen Auszugsalter (durchschnittlich 30 Jahre) erklärt wird. Zum Vergleich: In Deutschland ziehen junge Erwachsene im Schnitt bereits mit 24 Jahren aus.
Tabu-Themen: Von Erotik bis Fast Food
Besonders häufig werden Einkäufe im Erotiksegment verschwiegen. Ein Drittel der Befragten gab an, Sexspielzeug oder Gleitgel eher im Verborgenen zu kaufen. In Deutschland und der Schweiz ist die Zurückhaltung in diesem Bereich besonders groß. In Frankreich dagegen gelten Erotikartikel als weniger schambesetzt - dort sind vielmehr Fast Food und Süßigkeiten "peinliche Einkäufe". In Italien wiederum fallen Schokoriegel oder Burger kaum ins Gewicht. Neben Erotik- und Genussprodukten nennen die Befragten auch Kleidung, Schuhe, Intimhygiene und Medikamente als typische Geheimkäufe.Diskretion als Wettbewerbsvorteil im E-Commerce
Die Ergebnisse verdeutlichen, wie stark Emotionen Kaufentscheidungen prägen - und wie sehr Diskretion ein Verkaufsargument ist. Sechs von zehn Befragten geben an, bestimmte Produkte lieber online zu bestellen, weil dies anonymer ist als der stationäre Kauf. Genauso viele legen Wert auf neutrale Verpackungen, die keinen Rückschluss auf den Inhalt zulassen. Für Händler ergibt sich hier ein klarer Handlungsauftrag: Wer diskrete Prozesse gewährleistet, kann Vertrauen aufbauen und die Hemmschwelle für sensible Käufe senken.Relevanz für Händler und Onlinehändler
Für die Handelsbranche bedeutet die Studie gleich mehrere Implikationen:
- E-Commerce als bevorzugter Kanal: Gerade in sensiblen Segmenten wie Erotik, Gesundheit oder Genuss profitiert der Onlinehandel von niedrigeren psychologischen Barrieren.
- Logistik und Verpackung: Neutrale Kartons und flexible Zustelloptionen sind nicht nur Serviceelemente, sondern ein echter Wettbewerbsvorteil.
- Kommunikation: Händler können gezielt auf das Thema Diskretion eingehen und damit Transparenz schaffen - sowohl im Onlineshop als auch im stationären Geschäft.
- Sortiment und Zielgruppenansprache: Jüngere KundInnen sind besonders empfänglich für diskrete Services. Händler, die diese Erwartungen frühzeitig berücksichtigen, sichern sich langfristige Kundenbindungen.
Die repräsentative Studie macht deutlich: Heimliche Einkäufe sind in Europa weit verbreitet - und sie eröffnen Chancen für Händler, insbesondere online. Diskretion wird dabei zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal. Ob es um Erotikartikel, Fast Food oder Mode geht, Händler, die sensibel auf Schamgrenzen reagieren, können nicht nur Umsätze sichern, sondern auch Vertrauen und Loyalität aufbauen.
Für Onlinehändler bedeutet das: Diskretion ist kein "nice to have" mehr, sondern Pflichtbestandteil einer kundenorientierten Strategie.
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