Amazon macht 63 Prozent des deutschen Onlinehandels
12.10.2026 Amazon bleibt die mit Abstand wichtigste Plattform im deutschen E-Commerce. Gleichzeitig gewinnen neue Wettbewerber Marktanteile, während Lebensmittel als nächstes Wachstumsfeld in den Fokus rücken.
Nach Berechnungen der Studienautoren erzielte Amazon inklusive Marketplace in Deutschland zuletzt einen Handelsumsatz von rund 69,1 Milliarden Euro. 97 Prozent der deutschen Onlinekäufer bestellen demnach bei Amazon, 59 Prozent nutzen eine Prime-Mitgliedschaft und 39 Prozent zählen zu den besonders aktiven Amazon-Kunden. Während Amazon seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um rund 3,2 Milliarden Euro steigerte, kamen Otto und Zalando gemeinsam auf ein Plus von etwa 1,4 Milliarden Euro. Temu und Shein legten zusammen um rund eine Milliarde Euro zu.
Amazon beeinflusst weit mehr als den eigenen Umsatz
Nach Angaben der Studie reicht der Einfluss Amazons deutlich über den eigenen Marktplatz hinaus. 46,1 Prozent des Amazon-Umsatzes in Deutschland werden inzwischen über den Marketplace und damit durch externe Händler erzielt. Weitere 24 Prozent der untersuchten Handelsumsätze werden mittelbar durch Amazon beeinflusst, etwa über Produktsuchen, Preisvergleiche oder die Sichtbarkeit von Angeboten. Insgesamt stehen damit 41 Prozent der untersuchten Umsätze in direkter oder indirekter Verbindung mit Amazon."Amazon ist mitnichten auf dem Rückzug - aber die Dynamik des Marktes verändert sich. Die eigentliche Veränderung liegt weniger bei Amazon als im Marktumfeld. Neue Anbieter schaffen es heute deutlich schneller, Sichtbarkeit und Reichweite aufzubauen", sagt Studienautor Hansjürgen Heinick .
Lebensmittel gelten als nächstes Wachstumsfeld
Als besonders aussichtsreich bewertet die Studie den Onlinehandel mit Lebensmitteln und FMCG-Produkten. Der Onlineanteil liegt dort bislang bei 4,9 Prozent, das Marktvolumen beträgt jedoch nahezu 300 Milliarden Euro. Amazon vereint bereits 46,1 Prozent des FMCG-Onlineumsatzes auf seinem Marketplace. Besonders gefragt sind Nahrungsergänzungsmittel, Getränke und Tee, Snacks sowie Gewürze und Saucen."Lebensmittel zählen zu den größten Konsummärkten überhaupt. Für Amazon liegt die Attraktivität weniger im aktuellen Onlinegeschäft als in den langfristigen Perspektiven", erläutert Mitgründer David Goldschmidt von General Evidence.
Abonnieren Sie unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter!

