Kundenservice: KI muss sich in fünf Minuten beweisen
14.10.2026 Deutsche Verbraucher akzeptieren KI im Kundenservice vor allem bei Routineaufgaben. Bei komplexeren Anliegen erwarten sie menschliche Ansprechpartner. Für Onlinehändler kommt es deshalb auf schnelle Lösungen und reibungslose Übergaben an.
Bei einfachen Servicefällen ist die Akzeptanz dagegen höher. So trauen 46 Prozent der Befragten einer KI das Zurücksetzen von Passwörtern zu, 45 Prozent halten sie für geeignet, um Bestell- oder Kontostatus abzufragen. Bei Rückerstattungen bevorzugen hingegen 37 Prozent eine vollständig menschliche Bearbeitung, bei Abrechnungsstreitigkeiten sind es 39 Prozent. Für Onlinehändler ist insbesondere die Erreichbarkeit menschlicher Ansprechpartner relevant. Zwar berichten 61 Prozent der Befragten, dass sie heute häufiger mit KI-Agenten kommunizieren als noch vor zwei Jahren. Allerdings nutzen 49 Prozent der KI-Anwender diese Technologie nur, wenn keine andere Möglichkeit besteht. Lediglich 17 Prozent bevorzugen ausdrücklich KI-gestützten Kundenservice.
Fast jeder zweite Verbraucher (48 Prozent) würde nach eigenen Angaben nicht bei einem Unternehmen einkaufen, das keinen Kontakt zu menschlichen Mitarbeitenden ermöglicht. Zudem halten es 66 Prozent für sehr oder äußerst wichtig, erkennen zu können, ob sie mit einem Menschen oder einer KI kommunizieren. Für Händler ergibt sich daraus eine klare Anforderung an die Serviceorganisation: KI kann Standardanfragen automatisieren und Beschäftigte entlasten. Voraussetzung ist allerdings, dass komplexe Fälle schnell an Mitarbeitende übergeben werden können, ohne dass KundInnen ihr Anliegen erneut schildern müssen.
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