Verkaufen, wo "Frequenzen" sind: Die Marktplatz-Strategie der ANWR-Gruppe
18.05.2018
Diese Amazonisierung des Konsums erschwere Händlern zunehmend, neue Kunden zu gewinnen und in ihre eigenen Online-Shops zu locken. So gesehen macht die ANWR-Gruppe also alles richtig, wenn sie ihre Mitglieder auf die großen Marktplätze schubst. Hier könnten die einzelnen Händler prinzipiell zwar auch ohne die Einkaufskooperation verkaufen. Nach eigenen Angaben überzeuge Händler aber nicht zuletzt das Gesamtpaket mit der Abwicklung über das hauseigene Schuh-Portal. "Das Feedback der angeschlossenen Fachhändler ist durchweg positiv", heißt es daher im Gespräch mit neuhandeln.de.
Über das Online-Portal Schuhe.de können stationäre Schuhgeschäfte ihr Sortiment seit März 2013 im Internet anbieten. Wenn Kunden einen Schuh online kaufen möchten, wird auf die lokalen Sortimente der angeschlossenen Händler zugegriffen. Wenn ein Kauf zustande kommt, muss der einzelne Händler von seinem Online-Umsatz eine Provision an die ANWR-Gruppe bezahlen. Im Gegenzug betreibt die ANWR-Gruppe den Marktplatz und kümmert sich um das Marketing für die Online-Plattform. Händler versenden die Bestellungen selbst aus ihrem lokalen Geschäft, an das auch die Retouren gehen. Für die Teilnahme wird eine Grundpauschale von 19,90 Euro pro Filiale im Monat erhoben. Aktuell können Kunden die stationären Sortimente von knapp 800 Fachgeschäften über das Online-Portal bestellen.
Knapp 100 Händler verkaufen zudem zusätzlich über externe Marktplätze wie eBay oder Zalando. Hier wird keine zusätzliche Grundgebühr erhoben. Der Händler trägt auf allen Kanälen die Versand- und Retourenkosten. Generell gilt: Verschiedene Schuhe können von mehreren Händlern angeboten werden. Derzeit greift ein Zufallsalgorithmus, welcher Händler den Zuschlag erhält. Bei eBay finden Kunden die Angebote von Schuhe.de hier oder über die Suche nach dem Verkäufer "schuhede".
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