Einkaufsverhalten

Deutsche trauen Social Commerce nicht über den Weg

von Christian Gehl

25.06.2026 Vertrauen ist in Deutschland der alles entscheidende Faktor beim Online-Shopping. Social Commerce überzeugt bisher kaum jemanden beim Checkout, KI wird nur als Einkaufshilfe akzeptiert und auch beim grenzüberschreitenden Einkaufen im Internet überwiegt erst einmal die Skepsis.

Payment-Lösungen sind der Knackpunkt neuer E-Commerce-Lösungen (Bild: Photo by rupixen.com on Unsplash)
Bild: Photo by rupixen.com on Unsplash
Payment-Lösungen sind der Knackpunkt neuer E-Commerce-Lösungen
Nur 14 Prozent der deutschen VerbraucherInnen vertrauen integrierten Social-Commerce-Checkouts, zeigt die Studie ESW Signals   der E-Commerce-Plattform ESW  . Für die Untersuchung wurden im ersten Quartal 2026 weltweit 23.251 VerbraucherInnen in 18 Märkten befragt, darunter 2.141 Personen in Deutschland.

Die deutschen Ergebnisse zeigen einen Markt, der digitale Impulse aufgreift, beim Kauf aber auf Verlässlichkeit achtet. 49 Prozent der Befragten in Deutschland sagen, dass soziale Medien ihre Kaufentscheidungen beeinflussen. Trotzdem kaufen nur vier Prozent primär über Social-Media-Plattformen. Deutlich wichtiger bleiben Marken- und Händlerwebsites, auf denen 29 Prozent bevorzugt einkaufen.

KI-Checkouts verursachen Unbehagen


Auch beim Einsatz künstlicher Intelligenz zeigt sich eine klare Grenze zwischen Unterstützung und Kontrollverlust. 54 Prozent der deutschen VerbraucherInnen sind offen für künstliche Intelligenz, wenn sie beim Finden guter Angebote hilft. 45 Prozent sehen einen Nutzen bei der Produktsuche. Beim Bezahlen sinkt die Akzeptanz jedoch deutlich: Nur 16 Prozent fühlen sich mit KI-Zahlungen wohl.

Skepsis dominiert auch den internationalen Einkauf. Zwar kaufen 40 Prozent der deutschen VerbraucherInnen mindestens einmal im Monat bei AnbieterInnen im Ausland, aber lange Lieferzeiten, unklare Zollgebühren, komplizierte Retouren und hohe Versandkosten halten viele davon ab. Bessere Preise und eine größere Auswahl überzeugen dagegen bei Cross-Boder-Commerce.

Beim Bezahlen setzen deutsche Shopper besonders stark auf bekannte Verfahren. PayPal    gilt für 56 Prozent der Befragten als vertrauenswürdigste Zahlungsmethode bei internationalen Käufen. Kredit- und Debitkarten folgen mit 18 Prozent deutlich dahinter.

"Verbraucherinnen und Verbraucher adaptieren neue Einkaufsgewohnheiten schneller, als Vertrauen in neue Kaufmodelle wächst", sagt Eric Echmann , CEO von ESW. "Social Media und KI verändern rasant, wie Menschen Produkte entdecken. Sie entscheiden aber noch nicht darüber, wo der Kauf tatsächlich stattfindet. In Deutschland zeigt sich besonders deutlich: Neue digitale Shopping-Angebote wecken Interesse, doch beim Kauf zählen vor allem Vertrauen, Kostentransparenz und Verlässlichkeit."
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