Trotz Zertifizierung: 74 Prozent der Online-Shops mit Rechtsmängeln
10.09.2026 Eine automatisierte Auswertung von 934 zertifizierten Online-Shops zeigt zahlreiche Verstöße gegen aktuelle Informationspflichten. Besonders häufig fehlen der neue Widerrufsbutton oder veraltete Rechtsangaben werden weiterhin verwendet.
Besonders häufig betrifft dies neue gesetzliche Vorgaben: Drei Monate nach Einführung der Widerrufsbutton-Pflicht am 19. Juni 2026 war der Button bei 38,1 Prozent der Shops nicht oder nicht auffindbar umgesetzt. Bei 67 Shops, entsprechend 7,2 Prozent der Stichprobe, fehlte der Widerrufsbutton nach Angaben von rechtsklar24 nachweislich, obwohl eine Widerrufsseite vorhanden war.
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Auch bei anderen Pflichtinformationen fanden die Prüfer zahlreiche Mängel. So verlinken 39,2 Prozent der untersuchten Shops weiterhin auf die inzwischen abgeschaltete EU-Plattform zur Online-Streitbeilegung. 20,6 Prozent berufen sich noch auf das bereits im Mai 2024 aufgehobene Telemediengesetz.Darüber hinaus stellte der Scanner bei 60 Prozent der Shops Lücken in der Widerrufsbelehrung und bei 44 Prozent Mängel im Impressum fest. Im Barrierefreiheits-Grundcheck erhielten 94,6 Prozent der Shops einen Befund. Im Median wurden pro Shop sieben Auffälligkeiten registriert, kein einziger der untersuchten Shops blieb ohne Befund.
Automatisierte Prüfung ohne manuelle Nachbewertung
Für die Untersuchung nutzte rechtsklar24 die öffentliche Shopsuche von Trusted Shops als Stichprobenbasis. Aus 34 Kategorien wurden zufällig Shops ausgewählt. Von ursprünglich 1.311 ermittelten Shops konnten 934 vollständig automatisiert geprüft werden.Nach Angaben des Unternehmens erfolgte die Auswertung vollständig automatisiert und ohne manuelle Nachbewertung. Die Ergebnisse unterscheiden zwischen belegten Verstößen und technischen Hinweisen, die eine manuelle Prüfung erfordern. Ob tatsächlich ein Rechtsverstoß vorliegt, könne letztlich nur ein Gericht feststellen. Zudem betont rechtsklar24, dass die Ergebnisse keine Aussage über die Qualität der Trusted-Shops-Zertifizierung zulassen, da diese andere Schwerpunkte wie Bonität, Datensicherheit und Kundenservice abdecke.
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