Paukenschlag: Marktplatz-Konzept von Quelle.de wird doch verworfen

von Redaktion Versandhausberater

21.09.2012 Von den Restrukturierungsmaßnahmen im Otto-Konzern ist nun auch die Quelle GmbH betroffen. Konkret plant die Otto Group, im Frühjahr 2013 das Marktplatz-Konzept zu beenden. Denn künftig sollen nicht mehr externe Händler ihre Waren auf quelle.de anbieten. Der Plan sieht vielmehr vor, dass Quelle selbst zum Händler wird und daher auf dem Online-Portal quelle.de in Zukunft ein eigenes Warensortiment anbieten wird.

Von den Restrukturierungsmaßnahmen im Otto-Konzern ist nun auch die Quelle GmbH betroffen. Konkret plant die Otto Group, im Frühjahr 2013 das Marktplatz-Konzept zu beenden. Denn künftig sollen nicht mehr externe Händler ihre Waren auf quelle.de anbieten. Der Plan sieht vielmehr vor, dass Quelle selbst zum Händler wird und daher auf dem Online-Portal quelle.de in Zukunft ein eigenes Warensortiment anbieten wird.Grund für diesen Strategiewechsel ist, dass der Online-Marktplatz quelle.de noch nicht die Erwartungen der Otto Group erfüllen konnte (siehe Ausgabe 26/2012). Wir hatten bereits zum Start im August 2011 gewarnt, dass ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Amazon und eBay fehlt. Dennoch kommt die Kurskorrektur überraschend. So hatte Quelle-Geschäftsführer Tim von Törne uns gegenüber im Juni bekräftigt, dass man an der Marktplatz-Strategie festhalten werde. In der vergangenen Ausgabe hatte er zudem noch einmal geschildert, warum er für das Quelle-Konzept durchaus Zukunftschancen sieht. Die Kurskorrektur wirkt überhastet.
Letztlich sind auch die Zahlen ernüchternd. Nach wie verkaufen erst 500 Händler ihre Waren über quelle.de. Allerdings ist mehr als fraglich, dass Quelle mit einem eigenen Sortiment bessere Zukunftschancen hat. So sieht es aktuell ganz danach aus, dass man sich künftig auf die Sortimente Wohnen und Elektronik konzentrieren will. Doch Händler gibt es hier wahrlich bereits genug. Dazu drängen neue Player wie GetGoods oder Home24.de stark in diese Märkte, was den Wettbewerbsdruck für Quelle stark erhöht.
Fraglich ist auch, ob Quelle-Kunden einen zweiten Strategiewechsel in nur drei Jahren mitmachen. Damit haben dann aber andere zu kämpfen. Alle 60 Mitarbeiter der Quelle GmbH müssen sich neue Jobs suchen, das neue Shop-Portal betreibt eine andere Otto- Tochter, beim Versand kooperiert man wohl mit Baur Fulfillment. Geschäftsführer Tim von Törne kann weiter im Konzern arbeiten.
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