Nachhaltigkeit

Mode-Commerce: Secondhand stark im Aufwind

08.09.2023 Der Kauf von gebrauchter Kleidung liegt voll im Trend. Die Treiber für das Wachstum des Secondhand-Marktes sind insbesondere das steigende Bewusstsein der VerbraucherInnen für Nachhaltigkeit sowie die Aussicht auf günstigere Preise für wertige Markenartikel. Einer aktuellen Prognose nach soll das Volumen des Secondhand-Modemarktes in Deutschland von rund 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf fünf bis sechs Milliarden Euro bis 2025 ansteigen.

 (Bild: www.gutemarken.com)
Bild: www.gutemarken.com
Im Global Consumer Insights Survey   , für den PwC zwei Mal jährlich VerbraucherInnen in 25 Ländern weltweit befragt, gaben 56 Prozent der deutschen KonsumentInnen an, dass sie bereits gebrauchte Kleidungsstücke gekauft haben. In der Gen Z sind es sogar 64 Prozent. Bei Luxusmarken - etwa für Bekleidung oder Handtaschen - haben 44 Prozent schon einmal Secondhand-Artikel erworben; in der Gen Z sind es elf Prozentpunkte mehr (55 Prozent).

Aber auch Möbel und Elektronik werden zunehmend gebraucht gekauft. So gibt rund jede/r zweite befragte Bundesbürger/innen an, Möbelstücke oder Elektronikartikel bereits aus zweiter Hand erworben zu haben.

Online-Verkaufsplattformen für Secondhand-Artikel besonders beliebt

Beim Kauf von Secondhand-Mode und Accessoires spielt der Online-Handel eine zentrale Rolle. So setzt gut die Hälfte der Konsument:innen (54 Prozent) auf Online-Kanäle, um gebrauchte Kleidung und Schuhe zu shoppen. 24 Prozent nutzen Online-Verkaufsplattformen wie Ebay Kleinanzeigen   oder Vinted   . 19 Prozent gehen über Händler wie Zalando   oder AboutYou   , während 11 Prozent gebrauchte Kleidung über Secondhand-Online-Spezialisten wie Momox   oder Rebuy   kaufen.

Zu den meistgenutzten Plattformen in Deutschland gehören neben Ebay (Kleinanzeigen) als Generalisten für Secondhand-Ware insbesondere Vinted (ehemals Kleiderkreisel) und Momox Fashion. Auf Vinted sind europaweit über 550 Millionen Modeartikel gelistet. Momox Fashion bietet in Deutschland mehr als eine Million Modeartikel von über 2000 Marken. Insgesamt wurden dort bisher 18 Millionen Kleidungstücke von 800.000 Kund:innen gekauft.

Rund 39 Prozent der VerbraucherInnen kaufen Secondhand-Bekleidung und -schuhe lieber stationär ein. Dafür suchen sie vor allem Secondhand-Shops auf (15 Prozent), schlendern über Flohmärkte (13 Prozent) oder kaufen Outfits, die Familienmitglieder oder Bekannten bereits getragen haben (11 Prozent).

Anbieter setzen in der Regel auf eines von vier Geschäftsmodellen

Die Anbieter von Secondhand-Produkten setzen beim Vertrieb in der Regel auf eines von vier Geschäftsmodellen: Entweder sie nutzen Online-Verkaufsplattformen, über die KundInnen direkt verkaufen und voreinander kaufen können, oder auf verwaltete Plattformen, bei denen Unternehmen als Vermittler agieren. Manche Marken und Einzelhändler arbeiten mit spezialisierten Technologie-Anbietern zusammen, die sich um alle mit dem Wiederverkauf verbundenen Prozesse kümmern.

So kooperiert das ECommerce-Unternehmen AboutYou beispielsweise seit Juli 2023 mit dem Online-Spezialisten für Secondhand Momox Fashion, um seinen Kunden ein deutlich größeres Angebot an gebrauchter Mode machen zu können.

Marktprognose für Secondhand-Mode-Segment

Fest steht: Secondhand ist im Aufwind und wird in den kommenden Jahren weiter stark wachsen. Das gilt besonders für den Bereich Mode. 2022 lag das Volumen des Secondhand-Mode-Marktes weltweit bei 112 Milliarden Euro. Bei jährlichen Wachstumsraten von durchschnittlich 16 Prozent werden es nach Ansicht der PwC-ExpertInnen bis 2025 rund 184 Milliarden Euro sein. Der deutsche Secondhand-Umsatz für Mode dürfte zu dieser Summe fünf bis sechs Milliarden Euro an Marktvolumen beisteuern.
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