Noch mehr Entlassungen und Ladenschließungen geplant

Amtsgericht eröffnet Insolvenzverfahren für Galeria

von Joachim Graf

05.10.2026 Immerhin wurde das Verfahren nicht abgelehnt: Das Amtsgericht Düsseldorf hat am Montag das Insolvenzverfahren über die Galeria Management eröffnet und im Insolvenzregister eingetragen.

 (Bild: Galeria)
Bild: Galeria
Die Galeria S.à r.l. & Co. KG   hatte vergangene Woche beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Dem wurde jetzt stattgegeben. Eine Ablehnung des Verfahrens hätte die sofortige Liquidierung des Unternehmens bedeutet.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird Rechtsanwalt Dr. Frank Kebekus, Ehrenhof 3, 40479 Düsseldorf bestellt. Der war schon bei früheren Insolvenzverfahren tätig gewesen. Nun soll er die Geschicke des Retail-Konzerns mit den bisherigen Geschäftsführern, Tilo Hellenbock und Norman Bernd Krotten leiten.

Erst im Juli war der Plan bekannt geworden, das Geschäftsmodell in den nächsten Jahren grundlegend neu auszurichten. Dazu Damals sprach die bisherige Geschäftsleitung von der Sicherung "einer umfassende Finanzierung bis 2029". Schon im Geschäftsjahr 2026/2027 hatte das Düsseldorfer Unternehmen auf Basis der aktuellen Planungen mit operativ schwarzen Zahlen gerechnet. Doch erstmal geht es schon wieder in die Insolvenz.

Der Antrag schaffe "rechtlichen Rahmen, um die aktuelle Situation zu ordnen, das Unternehmen zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunft" u schaffen, heißt es seitens des Unternehmens. Hintergründe teilte Galeria nicht mit, über die weitere Entwicklungen solle aber "zeitnah" informiert werden.

Wo streicht Galeria?

Im Zentrum steht eine Konzentration auf profitable Warenhäuser, verbunden mit einer Schärfung des Sortiments und Ausrichtung an lokalen Kundenstrukturen. Modernere Flächenkonzepte und die Steigerung der Verweilqualität stehen hierbei im Fokus. Zugleich erhält Galeria den finanziellen Spielraum für die organisatorische Transformation in den kommenden Jahren. Auf Basis dieser Neuausrichtung erwartet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2026/2027 ein positives bereinigtes EBITDA. Für das Geschäftsjahr 2027/2028 plante Galeria mit einem bereinigten EBITDA im dreistelligen Millionenbereich. Die mit der Transformation verbundenen Aufwendungen werden im Rahmen der laufenden Bilanzierung berücksichtigt, um die kommenden Geschäftsjahre planerisch zu entlasten.

Wie sieht die Neuausrichtung von Galeria aus?

Die Neuausrichtung sollte sechs strategischen Handlungsfeldern folgen: Filialportfolio, Sortiment, Fläche, Personal, Marketing und CRM sowie der kontinuierlichen Optimierung der operativen Kostenstrukturen. Ziel ist ein deutlich kompakteres Unternehmen mit klarem Standortprofil, frequenzgetriebenen Flächenkonzepten und einer konsequent kundenorientierten Sortimentslogik. Das solleinhergehen mit einer deutlich individuelleren Kundenansprache über alle Kanäle.

Zentraler Baustein in dem umfassenden Maßnahmenbündel für die Neuausrichtung ist ein optimiertes Warenhausnetz. Maßgeblich ist die nachhaltige, wirtschaftliche Tragfähigkeit jedes einzelnen Standortes. Vor diesem Hintergrund wird GALERIA die Gespräche mit den Vermietern und den Kommunen intensivieren. Im Kern geht es standortspezifisch um Mietkonditionen und Flächenverkleinerungen und Personalabbau.

Galeria habe eine besicherte Kreditlinie über bis zu 160 Millionen Euro mit Gordon Brothers vereinbart. Ergebnis: "Die wirtschaftliche Grundlage der Neuausrichtung ist gelegt, , so CFO Norman Krotten im Juni. Die Kreditlinie diene u.a. der Ablösung der bestehenden Drittfinanzierung sowie der Modernisierungs- und Effizienzinitiativen im laufenden Geschäftsbetrieb. Das hat wohl nicht ausgereicht, um das Ruder herumzureißen.
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