Datengetriebene Entscheidungen sind im Cross-Border-Handel der Erfolgsschlüssel
27.04.2026 Der internationale E-Commerce wird 2026 spürbar komplexer: Neue Zollregeln, steigende Erwartungen an Lieferzeiten und mehr Transparenz beim CO²-Fußabdruck erhöhen den Druck auf Händler. Wie Spring GDS Fulfillment und Cross-Border-Prozesse aus einer Hand zusammenführt und welche Rolle eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie dabei spielt, erklärt Stefan Böhler, Managing Director Germany bei Spring GDS, im Interview.
Stefan Böhler: Das Wichtigste ist die Integration. Im Jahr 2026 können es sich Händler nicht mehr leisten, Logistik in Silos zu denken. Ein modernes Set-up muss Fulfillment, Zollkonformität und ESG-Kriterien als Einheit betrachten. Das bedeutet konkret: Händler sollten auf Partner setzen, die eine umfangreiche Lösung bieten. Wenn die Daten aus dem Warehouse-Management direkt in die Zollanmeldung fließen und gleichzeitig die Emissionswerte für den Transportweg berechnet werden, reduziert das den administrativen Aufwand und minimiert zugleich auch Fehlerquellen. Ein weiteres entscheidendes Prinzip ist die Nähe: Wettbewerbsfähige Logistikmodelle müssen 2026 lokale Fulfillment-Leistungen mit Cross-Border-Distribution in einem einzigen, flexiblen Netzwerk kombinieren, um schnellere Lieferzeiten zu ermöglichen. Lokale Aktivitäten werden dabei zum Kern internationaler Wachstumsstrategien. Das schont die Umwelt, da wir die Ware in großen Sammeltransporten effizient über die Grenzen bringen, anstatt jedes Paket einzeln auf die weite Reise zu schicken. Nachhaltigkeit funktioniert nur, wenn die Verantwortung im gesamten Ökosystem verteilt wird.
2. Von welchen konkreten Vorteilen profitieren Händler, wenn sie das Fulfillment im internationalen Versand mit Spring GDS abwickeln?
Stefan Böhler: Wir bieten eine One-Stop-Shop-Lösung, die speziell darauf ausgelegt ist, Komplexität zu reduzieren und Wachstum zu ermöglichen. Händler erhalten sofortigen Zugang zu einem Netzwerk von über 230 internationalen Logistikpartnern und 190 Zielorten. Ein entscheidender Vorteil ist die Skalierbarkeit ohne operativen Overhead: Wir übernehmen den gesamten Prozess von der Vereinnahmung der Ware über das Pick & Pack bis hin zum internationalen Versand und dem Retourenmanagement. Durch unsere Zugehörigkeit zur PostNL-Gruppe kombinieren wir die Stärke eines globalen Netzwerks mit lokaler Expertise. Kunden profitieren zudem von transparenten Preisstrukturen ohne versteckte Kosten, was die Expansion in neue Märkte kalkulierbar macht. Letztlich geht es darum, dem Händler den Rücken freizuhalten, damit er sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann.
3. Wie versuchen Sie sicherzustellen, dass die Systemanbindung schnell und reibungslos erfolgt?
Stefan Böhler: Innerhalb unserer Fulfillment-Lösung setzen wir auf drei Säulen: erstens flexible API-Lösungen, um eine präzise Anbindung an kundenspezifische Set-ups zu ermöglichen. Zweitens verfügen wir über mehr als 150 vorgefertigte Software-Integrationen für gängige ERP-, WMS-, Carrier- und Marktplatz-Systeme. Diese Plug & Play-Anbindungen reduzieren sowohl die Kosten als auch die Implementierungszeit drastisch. Drittens wird jede Integration durch unsere zentralen und lokalen Expertenteams persönlich begleitet. Dabei sichern wir den Prozess zusätzlich durch das Know-how und den Support unserer Technologiepartner ab, um einen reibungslosen Betrieb zu garantieren.
4. Welche Daten erhalten Kunden bei Spring GDS und wie hilft das, Engpässe früh zu erkennen?
Stefan Böhler: Unsere Kunden haben über Echtzeit-Dashboards volle Transparenz über ihre gesamte Lieferkette. Sie sehen jederzeit aktuelle Lagerbestände, den Auftragsstatus, Verkaufs-Trends und Retourenquoten pro Kanal. Diese Daten helfen dabei, Engpässe wie drohende Out-of-Stock-Situationen frühzeitig zu identifizieren. Besonders wertvoll sind die Einblicke in die Lieferperformance und die Kostenstrukturen. Wenn ein Händler beispielsweise sieht, dass die Retourenquote in einem bestimmten Markt steigt oder die Zustellzeiten variieren, kann er sofort gegensteuern. Datengetriebene Entscheidungen sind im Cross-Border-Handel der Erfolgsschlüssel, um die Kundenzufriedenheit hochzuhalten und unnötige Kosten zu vermeiden.
5. Angesichts der sich ändernden Zollvorschriften in den USA und der EU: Inwiefern wird Kompetenz bei der Zollabwicklung im Jahr 2026 zum strategischen Unterscheidungsmerkmal für Händler und was müssen sie jetzt ändern?
Stefan Böhler: Das Zollwesen in Europa steht an einem Wendepunkt. Ab dem 1. Juli 2026 tritt eine Mindestgebühr von drei Euro auf E-Commerce-Importe unter 150 Euro in Kraft, die bisher zollfrei waren. Einzelne Mitgliedstaaten führen bereits jetzt zusätzliche Verwaltungsgebühren ein. Und für Kunden, die in die USA exportieren, haben sich die Zollbestimmungen seit letztem Sommer geändert. Zollabwicklung ist damit kein rein administrativer Prozess mehr, sondern beeinflusst direkt die Marge und das Kundenerlebnis. Händler müssen jetzt handeln: Logistik vom Kostenfaktor zum strategischen Hebel zu entwickeln, sichert Marktvorteile. Das bedeutet, frühzeitig in automatisierte Zolllösungen zu investieren, die die neuen Regularien fehlerfrei abbilden. Wir unterstützen unsere Kunden hier mit spezialisierten Customs-Clearance-Lösungen, die sicherstellen, dass Pakete nicht an den Grenzen aufgehalten werden.
6. Wie unterstützt Spring GDS Kunden dabei, Emissionen messbar zu machen und die eigene ESG-Transparenz in der Lieferkette zu verbessern?
Stefan Böhler: Nachhaltigkeit ist bei uns kein Zusatzangebot, sondern fester Bestandteil der Strategie. Wir haben ein Emissions-Reporting-Tool eingeführt, mit dem Kunden ihren CO²-Fußabdruck auf Sendungsebene aktiv messen können. Um Emissionen real zu senken, setzen wir großflächig auf HVO100-Biokraftstoff in unserem europäischen Straßennetz und verringern den CO²-Ausstoß somit um nahezu 90 Prozent. Für den Luftverkehr bieten wir Sustainable Aviation Fuel - kurz: SAF - über ein Book & Claim-Modell an. Diese Maßnahmen helfen unseren Kunden direkt dabei, ihre Scope-3-Emissionen zu reduzieren und die steigenden Anforderungen an die ESG-Berichterstattung zu erfüllen. Als Spring GDS tragen wir zum Ziel der PostNL-Gruppe bei, bis 2040 eine klimaneutrale Logistik zu erreichen, und unterstützen unsere Partner aktiv auf diesem Weg.
Autor:
Stefan Böhler, Managing Director Germany bei
Spring GDS
Lise-Meitner-Straße 9
50259 Pulheim
Tel. +49 (0) 2234 43 45 518
www.spring-gds.com/de
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