Onlineshops und KI

Onlinehändler rüsten sich für die KI-Suche

von Sebastian Halm

14.09.2026 Der eigene Shop bleibt für HändlerInnen der wichtigste Vertriebskanal, während Social und KI-Commerce kaum Umsatz bringen. Gleichzeitig verändert KI die Prioritäten: HändlerInnen wollen in KI-basierten Suchsystemen sichtbar bleiben.

 (Bild: Google)
Bild: Google
Der eigene Onlineshop bleibt der mit Abstand wichtigste Vertriebskanal für Schweizer OnlinehändlerInnen, zeigt die Onlinehändlerbefragung 2026 der Fachhochschule Nordwestschweiz  . Online-Marktplätze haben sich ebenfalls als wichtiger Absatzkanal etabliert, während neuere Formen wie Social Commerce und KI-Commerce bislang nur für sehr wenige HändlerInnen relevante Umsätze liefern.

Für die neunte Ausgabe der Studie wurden zwischen Mitte April und Ende Juli 473 Onlinehändler befragt, davon 403 aus der Schweiz. Die Stichprobe ist stark mittelständisch geprägt: 61 Prozent betreiben ihren Onlineshop mit höchstens vier Vollzeitstellen, fast 60 Prozent erzielen weniger als eine Million Schweizer Franken Jahresumsatz.

Unter den Plattformen liegt Galaxus   deutlich vorne: 35 Prozent der HändlerInnen nutzen den Schweizer Anbieter als Vertriebskanal. Ricardo    und Brack    kommen jeweils auf 13 Prozent, wobei Brack kein klassischer Marktplatz ist. Über Amazon    verkaufen 9,2 Prozent. Zalando   erreicht lediglich 2,3 Prozent, Temu   0,8 Prozent. Damit profitieren Schweizer HändlerInnen bislang nur begrenzt vom Handelsvolumen internationaler Plattformen. Gleichzeitig stellen Pure Player mit 31 Prozent erstmals die größte Händlergruppe der Befragung. Omnichannel-HändlerInnen mit stationärem Schwerpunkt folgen mit 26 Prozent.

KI verändert die Produktsuche

Bei der künftigen Produktsuche erwarten die HändlerInnen neben klassischen Suchmaschinen eine wachsende Bedeutung von KI-Plattformen. Entsprechend rückt die Sichtbarkeit in KI-basierten Such- und Empfehlungssystemen auf die Agenda. Damit gewinnt auch Generative Engine Optimization, kurz GEO, an Bedeutung. Im eigenen Betrieb setzen HändlerInnen KI bereits für Übersetzungen, Texterstellung, Bildgenerierung, Wettbewerbsanalysen und Programmierung ein. Der Nutzen liegt bislang vor allem in höherer Effizienz und Produktivität sowie niedrigeren Kosten. Zusätzliche Umsätze durch KI melden dagegen deutlich weniger Unternehmen.

Die größten Probleme bleiben jedoch klassisch, schreibt der ECommerce-Blog Carpathia    zu den Ergebnissen der Studie: steigender Wettbewerb und Preisdruck sowie höhere Marketingkosten und eine zunehmende Komplexität im Marketing führen das Sorgenbarometer an. KI-Anwendungen folgen bereits auf Platz drei. Gegenüber dem Vorjahr haben die Herausforderungen rund um KI sowie die Wirtschaftspolitik am stärksten an Bedeutung gewonnen.
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