Barrieren in Shops vergraulen immer mehr junge NutzerInnen
07.07.2026 Fast drei Viertel der Europäer scheitern an mobilen Websites: Eine europaweite Umfrage zeigt, dass ausgerechnet die Generation Z besonders häufig an mobilen Websites scheitert.
Entgegen der verbreiteten Annahme, digitale Barrierefreiheit sei vor allem ein Thema für ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung, meldet die Generation Z die meisten Probleme. Europaweit berichten 81,2 Prozent der jungen NutzerInnen von Schwierigkeiten bei der Smartphone-Nutzung, bei den über 56-Jährigen sind es 69,6 Prozent. Besonders hoch ist der Anteil in Italien mit 90 Prozent, gefolgt von Frankreich mit 88 Prozent und Österreich mit 87 Prozent. Deutschland bildet eine Ausnahme: Hier geben 60 Prozent der jungen NutzerInnen Probleme an. Damit liegt Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt und ist zugleich der einzige untersuchte Markt, in dem ältere NutzerInnen häufiger über Schwierigkeiten klagen als die Gen Z.
Als größtes Ärgernis nennen die Befragten Pop-ups und aufdringliche Werbung. Im europäischen Durchschnitt sehen 39,6 Prozent darin die größte Hürde. In Deutschland liegt der Wert mit 40 Prozent sogar leicht darüber. Weitere Probleme bereiten unübersichtliche Navigation und Layouts (21 Prozent in Deutschland, 20,4 Prozent europaweit) sowie zu kleine Schriftgrößen.
Auch insgesamt schneidet Deutschland zwar besser ab als viele Nachbarländer, von einem guten Nutzererlebnis kann aber keine Rede sein. Während in Frankreich 82 Prozent, in Österreich 80 Prozent und in Italien 79 Prozent der Befragten von mobilen Barrieren berichten, sind es in Deutschland und Großbritannien jeweils 64 Prozent. Damit erlebt fast zwei Drittel der deutschen NutzerInnen Einschränkungen bei der mobilen Nutzung digitaler Angebote.
"Wenn ausgerechnet die Smartphone-Generation an mobilen Hürden scheitert, haben Unternehmen ein deutliches Qualitätsproblem. Wer mobile Angebote entwickelt, muss Barrierefreiheit von Anfang an mitdenken. Sonst verlieren Unternehmen Nutzer:innen, Vertrauen und messbares Umsatzpotenzial", sagt Jacopo Deyla , Chief Accessibility Officer bei Accessiway.
Für die Studie befragte Accessiway gemeinsam mit Marktforschungsinstituten 6.541 KonsumentInnen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Österreich. In Deutschland wurden Ende Januar 2026 insgesamt 2.500 Personen ab 18 Jahren repräsentativ online befragt.
Abonnieren Sie unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter!

