KI im Checkout: Menschen wollen Unterstützung, keine autonome Kaufentscheidung
09.03.2026 Mehr als ein Drittel der Deutschen kann sich vorstellen, KI-basierte Einkaufsassistenten zu nutzen. Gleichzeitig wollen fast zwei Drittel jeden Kauf aktiv freigeben.
37 Prozent der VerbraucherInnen halten es für wahrscheinlich, KI-basierte Einkaufsassistenten zu nutzen, berichtet die Unzer Group GmbH unter Verweis auf eine repräsentative Insa-Umfrage. Zugleich bestehen 64 Prozent darauf, dass jeder Schritt vor Abschluss eines Kaufs durch die KäuferInnen bestätigt werden muss. Damit ist klar: Die Mehrheit wünscht sich KI als Unterstützung, nicht als autonome Entscheidungsinstanz.
Für Händler bedeutet das: Assistenzfunktionen wie Produktempfehlungen oder Angebotsvergleiche treffen auf Offenheit - vollautomatisierte Kaufabschlüsse dagegen auf Zurückhaltung.
Wie üblich sind jüngere Zielgruppen deutlich offener
Die Akzeptanz variiert stark nach Alter. Während 38 Prozent der 18- bis 29-Jährigen KI-Einkaufsassistenten skeptisch gegenüberstehen, steigt dieser Anteil mit zunehmendem Alter deutlich an und erreicht bei den über 70-Jährigen 75 Prozent.Auch zwischen den Geschlechtern zeigen sich Unterschiede: 41 Prozent der Männer halten den Einsatz von KI-Assistenten für wahrscheinlich, bei den Frauen sind es 32 Prozent. Umgekehrt bewerten 57 Prozent der Frauen die Technologie zurückhaltend, bei den Männern sind es 52 Prozent. Zugleich wünschen sich je nach Anwendungsfall zwischen 51 und 65 Prozent der Befragten, dass KI das Einkaufen erleichtert - etwa durch Zeitersparnis, passende Produktempfehlungen oder günstigere Angebote.
Automatisierung ist ein denkbares Szenario für Routinekäufe
Bei der Frage nach vollautomatisierten, sogenannten agentischen Einkaufsassistenten zeigt sich ein klares Muster: 22 Prozent sehen Einsatzpotenzial bei wiederkehrenden Einkäufen wie Reinigungsmitteln, 21 Prozent bei Lebensmitteln, 19 Prozent bei Kleidung und 18 Prozent bei Geschenken.Deutlich geringer ist die Bereitschaft bei sensibleren Produktkategorien: Nur 14 Prozent würden autonome Systeme für Versicherungen oder Finanzdienstleistungen nutzen, 12 Prozent für Abonnements. "KI soll unterstützen, personalisieren und vereinfachen, aber nicht autonom handeln", sagt Pascal Beji , Chief Commercial Officer von Unzer. Für den Handel heißt das: Automatisierung dürfte sich zunächst dort durchsetzen, wo sie konkrete Entlastung im Alltag bietet - nicht bei komplexen oder beratungsintensiven Kaufentscheidungen.
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