Temu, Shein und AliExpress verlieren ein Drittel ihres Umsatzes
09.10.2026 Die drei Plattformen verlieren im deutschen Onlinehandel deutlich an Marktanteil. Heimische Anbieter profitieren bislang allerdings nicht davon; reine Online-Shops verzeichnen sogar rückläufige Umsätze.
Der Verband führt den Rückgang auf höhere Abgaben für Kleinsendungen aus Drittstaaten zurück. Seit Juli entfällt die Zollfreigrenze von 150 Euro; für Kleinsendungen gilt ein vorübergehender Zoll von drei Euro je enthaltener Warenkategorie. Ab November kommt eine Bearbeitungsgebühr von zwei Euro je unterschiedlichem Artikel hinzu.
Heimische Anbieter profitieren bislang nicht
Der gesamte deutsche Onlinehandel wuchs im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,9 Prozent auf rund 18,5 Milliarden Euro. Die Angaben enthalten die Umsatzsteuer und sind nicht inflationsbereinigt. Alien Mulyk , Hauptgeschäftsführerin des Verbands, erklärt: "Das rasante Wachstum von Temu und Shein in Deutschland ist ins Stocken geraten. Damit sinken auch die Umsätze im Gesamtmarkt, ohne dass hiesige Anbieter von der Schwäche asiatischer Wettbewerber profitieren konnten."Online-Marktplätze legten um fünf Prozent zu, Multichannel-Anbieter über ihre Online-Kanäle um 2,5 Prozent. Reine Online-Shops verzeichneten dagegen einen Umsatzrückgang von 0,8 Prozent. Auch Hersteller im Direktvertrieb entwickelten sich laut Verband positiv; eine konkrete Wachstumsrate nennt die Mitteilung nicht.
Alltagsbedarf wächst, größere Anschaffungen schwächeln
Zuwächse erzielten Medikamente mit 15,4 Prozent, Drogerieartikel mit 14,3 Prozent und Lebensmittel mit 9,1 Prozent. Kleidung legte um 4,9 Prozent zu, Schuhe um 6,4 Prozent.Rückläufig waren dagegen die Umsätze mit Elektronik und Telekommunikation um 4,6 Prozent sowie mit Möbeln, Lampen und Dekoration um 5,2 Prozent. Das Segment Unterhaltung verlor 2,6 Prozent; bei Bild- und Tonträgern sowie Video- und Musik-Downloads betrug das Minus 5,3 Prozent.
Abonnieren Sie unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter!

