KI kommt, kaum Roboter: So steht es um die Automatisierung in der Handelslogistik
17.06.2026 Um die Automatisierung der Logistik in deutschen Handelsfirmen steht es so lala: Zwei von drei Unternehmen nutzen hier Lösungen, zugleich sind die hohen Kosten eine Bremse und Roboter kaum am Start.
Der durchschnittliche Automatisierungsgrad logistischer Prozesse liegt laut der Studie "KI und Automatisierung in der Handelslogistik 2026" bei 5,3 von 10 Punkten. Bereits 66,7 Prozent der befragten Unternehmen setzen automatische Lagersysteme ein. Gleichzeitig nennen 69,4 Prozent hohe Investitionskosten als größte Herausforderung bei Automatisierungsprojekten.
Niklas Stanislawski , Projektleiter im Forschungsbereich Logistik des EHI und Autor der Studie, sagt: "Automatisierung ist vom Optimierungsprojekt zur strategischen Notwendigkeit geworden. Dennoch klafft in vielen Unternehmen eine Lücke zwischen Ambition und Umsetzung - nicht zuletzt, weil wirtschaftliche und technische Voraussetzungen noch immer den Ausschlag geben."
Robotik gewinnt strategisch an Bedeutung, KI rückt in den operativen Einsatz
Robotische Systeme sind bislang deutlich weniger verbreitet als klassische Automatisierungslösungen. Die durchschnittliche Nutzung liegt bei 2,8 Punkten auf einer Skala von 1 bis 10. Dort, wo Robotik bereits eingesetzt wird, erfolgt dies vor allem in der Lagerung, bei der Kommissionierung sowie in innerbetrieblichen Transportprozessen.
41,7 Prozent der Unternehmen sehen Robotik bereits als wichtige Ergänzung oder sogar als zentrale Komponente ihrer langfristigen Logistikstrategie. Die Technologie ist damit noch nicht flächendeckend etabliert, gewinnt aber kontinuierlich an strategischer Relevanz. Auch Künstliche Intelligenz wird in der Handelslogistik zunehmend praktisch genutzt. Der aktuelle KI-Einsatz wird von den Unternehmen durchschnittlich mit 2,6 von 10 Punkten bewertet. Am häufigsten kommt KI bei Nachfrage- und Absatzprognosen zum Einsatz. 47,2 Prozent der befragten Unternehmen nutzen entsprechende Anwendungen bereits.
Als größte Herausforderung nennen 61,1 Prozent die Integration von KI in bestehende Systeme und Prozesse. Die Ergebnisse zeigen, dass sich KI zunehmend von Pilotprojekten in die operative Anwendung verlagert, während die organisatorische und technische Einbindung vielerorts noch erhebliche Hürden aufweist.
Tobias Röding , Senior Retail Expert beim EHI, ordnet die Ergebnisse so ein: "Die technologische Entwicklung verläuft derzeit schneller als die organisatorische Anpassung vieler Unternehmen. Entscheidend wird sein, Technologien, Daten und Mitarbeitende wirksam miteinander zu verbinden."
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