Usability

Kaufabbrüche im Onlinehandel auf Rekordniveau

von Dominik Grollmann

29.01.2026 Immer mehr Online-Käufe scheitern kurz vor dem Abschluss. Eine neue Auswertung zeigt, dass Nutzer schneller entscheiden, häufiger abspringen und insbesondere mobil sowie am Wochenende den Checkout abbrechen.

 (Bild: Achira22 - stock.adobe.com)
Bild: Achira22 - stock.adobe.com
Die Warenkorb-Abbruchrate im Onlinehandel ist im zweiten Halbjahr 2025 auf 72,32 Prozent gestiegen und erreicht damit den höchsten Wert der vergangenen Jahre, teilt der Optimierungsspezialist uptain   mit. Grundlage der Analyse sind mehrere Millionen Sitzungen aus unterschiedlichen Onlineshops. Zwar legen viele Nutzer Produkte in den Warenkorb, ein Abschluss erfolgt jedoch immer seltener. Für Händler bedeutet das spürbare Umsatzeinbußen, da ein wachsender Teil des Traffics ohne Conversion bleibt.

Die Daten deuten darauf hin, dass der zunehmende Wettbewerbsdruck und intensiveres Vergleichen die Loyalität gegenüber einzelnen Shops weiter verringern. Nutzer prüfen Angebote schneller und wechseln häufiger, statt einen Kauf abzuschließen.

Mobile Nutzung und Wochenende als Risikofaktoren

Auffällig ist das deutlich gestiegene Entscheidungstempo. Die durchschnittliche Sitzungsdauer sank auf vier Minuten und sieben Sekunden und liegt damit rund 50 Sekunden unter dem Wert von 2023. NutzerInnen bewegen sich zielgerichteter durch Onlineshops und bewerten Angebote in kürzerer Zeit. Für Händler steigt damit der Anspruch an klare Strukturen, kurze Ladezeiten und einen vertrauenswürdigen Checkout, da Unsicherheiten kaum noch akzeptiert werden.

Besonders hoch sind die Abbruchraten auf mobilen Endgeräten. iPhone-Nutzer brechen Käufe mit 73,08 Prozent am häufigsten ab, gefolgt von Android-Geräten mit 71,87 Prozent. Auch Tablet-Nutzer zeigen hohe Abbruchquoten, während Desktop-Käufe vergleichsweise seltener scheitern. Die Analyse bestätigt damit, dass mobile Nutzung zwar dominiert, aber zugleich die größten Risiken für Kaufabbrüche birgt.

Auch der Zeitpunkt beeinflusst das Kaufverhalten. Im Wochenverlauf steigt die Abbruchquote an und erreicht am Samstag mit 72,77 Prozent ihren Höchstwert. Zu Wochenbeginn liegen die Werte niedriger. Das spricht dafür, dass NutzerInnen am Wochenende häufiger größere oder weniger dringende Anschaffungen prüfen und intensiver vergleichen, bevor sie den Kauf abbrechen oder vertagen.
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