Amazon droht neue Milliardenklage wegen Werbegeschäft
18.06.2026 Amazon könnte in den USA wegen seines Werbegeschäfts erneut unter Druck geraten. Die Vorwürfe betreffen vor allem gesponserte Anzeigen im Marktplatz und die Frage, ob WerbekundInnen ausreichend über Preise und Bedingungen informiert wurden.
Die Untersuchung betrifft vor allem gesponserte Produktplatzierungen und Anzeigen, die prominent in den Suchergebnissen des Marktplatzes erscheinen. Für viele Händler sind diese Formate ein wichtiger Hebel, um im Wettbewerb um Sichtbarkeit gegen andere AnbieterInnen und Amazon-eigene Angebote zu bestehen.
Regulierer prüfen Preise für Anzeigen
Die Federal Trade Commission untersucht laut Bericht unter anderem, ob Amazon die Preisbedingungen für Werbeplätze ausreichend offengelegt hat. Dabei geht es auch um das Auktionssystem von Amazon Ads und um sogenanntes Reserve Pricing. Damit sind Mindestpreise gemeint, die Werbekunden erreichen müssen, bevor sie bestimmte Anzeigenplätze kaufen können.Nach den vorliegenden Informationen hat die FTC von Amazon zusätzliche Auskünfte dazu verlangt, wie diese Systeme funktionieren und wie Preise gegenüber Werbekunden kommuniziert werden. Eine Klage oder ein Vergleich könnte laut Bericht bereits in diesem Sommer erfolgen. Eine formale Klage müsste allerdings von FTC-Chef Andrew Ferguson und FTC-Kommissar Mark Meador genehmigt werden.
US-Bundesstaaten könnten Strafrisiko erhöhen
An der Untersuchung sollen auch mehrere Generalstaatsanwälte aus US-Bundesstaaten beteiligt sein. Das erhöht das finanzielle Risiko für Amazon, weil Verbraucher- und Wettbewerbsrecht auf Ebene der Bundesstaaten tägliche Strafzahlungen ermöglichen kann. Bei der Größe des Werbegeschäfts könnten sich solche Strafen auf Milliardenbeträge summieren.Amazon hat sein Werbegeschäft in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Laut Unternehmensangaben erzielte der Konzern im vergangenen Jahr 68,6 Milliarden US-Dollar Umsatz mit Werbung. Dazu zählen gesponserte Produktanzeigen im Amazon Marketplace sowie Display- und Video-Werbung.
FTC nimmt Amazon seit Jahren ins Visier
Die mögliche Werbeklage wäre ein weiteres Verfahren in einer längeren Reihe regulatorischer Konflikte. Die FTC untersucht verschiedene Geschäftspraktiken von Amazon nach Medienberichten mindestens seit 2019. Im vergangenen Jahr einigte sich Amazon mit der Behörde in einem separaten Verfahren rund um Amazon Prime auf eine Zahlung von 2,5 Milliarden US-Dollar.Außerdem bereitet sich Amazon auf einen Prozess im kommenden Jahr vor. In diesem Verfahren wirft die FTC dem Konzern vor, seine Marktmacht genutzt zu haben, um Einfluss darauf zu nehmen, wie Marken ihre Produkte auf konkurrierenden Handelsplattformen bepreisen.
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