Österreichs Handel wächst wieder, aber Fernost-Plattformen erzeugen Druck
08.09.2026 Der österreichische Handel hat 2025 wieder leicht zugelegt und bleibt mit 711.000 Beschäftigten einer der wichtigsten Arbeitgeber des Landes. Gleichzeitig fordert der Handelsverband schärfere Regeln für asiatische Billigplattformen und verweist auf den anhaltenden Wettbewerbsdruck.
Im Einzelhandel sind 52.230 Unternehmen mit 341.000 Beschäftigten aktiv. Der Lebensmitteleinzelhandel stellt mit 124.000 Beschäftigten und einem Umsatzanteil von 35 Prozent den größten Teilbereich. Frauen stellen 54 Prozent aller Beschäftigten, im Einzelhandel sogar 70 Prozent. Gleichzeitig steigt die Teilzeitquote branchenweit auf 36,7 Prozent, im Einzelhandel auf 48,8 Prozent.
Branche fordert strengere Regeln für Fernost-Plattformen
Trotz des leichten Umsatzwachstums bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Laut der Studie lag die Schließungsquote 2025 mit 6,5 Prozent erneut über der Neugründungsquote von sechs Prozent. Zudem verzeichnete die Branche im vergangenen Jahr durchschnittlich fünf Insolvenzen pro Werktag.Vor diesem Hintergrund kündigt Ulrike Königsberger-Ludwig , Staatssekretärin im Sozialministerium, an, Billigplattformen aus Fernost stärker in die Pflicht nehmen zu wollen. "Billigplattformen aus Fernost müssen klare Grenzen gesetzt werden, wenn sie mit unfairen Verkaufstricks arbeiten oder gefährliche Produkte anbieten." Ziel seien faire Wettbewerbsbedingungen für heimische Händler.
Gewinnmargen bleiben niedrig
Nach Angaben des Handelsverbandes liegt die durchschnittliche Gewinnmarge im Handel derzeit bei 4,4 Prozent, im Lebensmittelhandel lediglich zwischen 0,5 und 2,5 Prozent. Zwar seien die Handelsumsätze nach zwei rückläufigen Jahren wieder gestiegen, real lägen sie aber weiterhin fast sieben Prozent unter dem Niveau von 2019.Der Handelsverband fordert deshalb weitere Entlastungen bei Steuern und Lohnnebenkosten sowie einen flächendeckenden Ausbau der Kinderbetreuung, um mehr Vollzeitbeschäftigung zu ermöglichen.
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