Hammer-Deal: GameStop will eBay übernehmen

von Dominik Grollmann

04.05.2026 Der Videospielhändler GameStop wagt einen spektakulären Schritt und will den deutlich Größeren Online-Marktplatz Ebay übernehmen. Der Milliarden-Deal könnte die Kräfteverhältnisse im E-Commerce deutlich verschieben.

 (Bild: eBay)
Bild: eBay
Der US-Händler GameStop   hat ein Übernahmeangebot für Ebay    in Höhe von rund 56 Milliarden Dollar vorgelegt. Ziel sei es, das eigene Geschäftsmodell stärker in Richtung Onlinehandel auszubauen und einen ernsthaften Wettbewerber zu großen Plattformen zu formen.

Laut GameStop stehen für die Übernahme Barreserven in Höhe von 9,4 Milliarden US-Dollar und eine Finanzierungszusage über 20 Milliarden US-Dollar zur Verfügung. Der Rest soll aus eigenen Aktien finanziert werden, die dafür extrem verwässert werden müssten. Sollte Ebay das Angebot nicht annehmen, werde man sich direkt an die Aktionäre wenden, kündigte der GameStop-CEO Ryan Cohen am Sonntag an. Nach Berechnungen des Wall Street Journals war eBay vor Bekanntgabe des Angebots rund 46 Milliarden US-Dollar wert, GameStop lediglich 12 Milliarden. Nach dem Bericht stieg der der Aktienkurs von eBay um etwa 12 Prozent.

GameStop befindet sich seit einiger Zeit im Wandel vom stationären Händler zum digital ausgerichteten Anbieter. Eine Übernahme von Ebay würde dem Unternehmen auf einen Schlag Zugang zu einer etablierten Plattform mit Millionen aktiver NutzerInnen verschaffen.

Schwankende Geschäftszahlen treiben Umbau

Zuletzt entwickelte sich das Geschäft von GameStop wechselhaft. Im Geschäftsjahr 2024 lag der Umsatz laut Unternehmensangaben bei rund 5,3 Milliarden Dollar, während unter dem Strich erneut ein Verlust stand. In einzelnen Quartalen konnte das Unternehmen zwar zwischenzeitlich Gewinne erzielen, insgesamt blieb die Profitabilität jedoch instabil.

In den vergangenen Monaten setzte GameStop verstärkt auf Kostensenkungen, Filialschließungen und den Ausbau digitaler Angebote. Gleichzeitig gingen die Umsätze im klassischen stationären Handel weiter zurück, was den Druck erhöht, neue Wachstumsfelder zu erschließen.

Nächste Schritte: Prüfung, Widerstand möglich

Das Angebot gilt als unaufgefordert und befindet sich noch in einem frühen Stadium. Ebay hat sich bislang nicht offiziell geäußert. Sollte das Management die Offerte ablehnen, könnte GameStop den Schritt direkt an die Aktionäre weiterreichen und eine Übernahmeschlacht auslösen.

Im weiteren Verlauf wären umfangreiche Prüfungen durch Aufsichtsbehörden sowie Zustimmungen von Aktionären erforderlich. Parallel müsste die Finanzierung final gesichert und die Integration beider Geschäftsmodelle konkret geplant werden.

Strategiewechsel im Plattformgeschäft

Für Ebay könnte ein Verkauf Teil einer strategischen Neuausrichtung sein. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren mit wachsender Konkurrenz durch große Marktplätze und Direktanbieter zu kämpfen. Der möglichen Deal ist aber auch ein Signal für zunehmende Konsolidierung im E-Commerce. Viele große Player versuchen, ihre Marktposition durch Zukäufe auszubauen und sich breiter aufzustellen.

Für HändlerInnen auf Ebay wäre eine Übernahme mit Unsicherheiten verbunden. Änderungen bei Gebühren, Sichtbarkeit oder Plattformregeln könnten direkte Folgen haben. Gleichzeitig könnte ein stärker integriertes Ökosystem neue Vertriebsmöglichkeiten eröffnen.
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