HelloFresh: Weniger Umsatz, aber mehr Profit

von Dominik Grollmann

13.02.2026 Bei HelloFresh standen die Zeichen 2025 auf Marge statt auf Wachstum. Auch 2026 könnte die Umsatz-Konsolidierung anhalten: Spanien und Italien stehen vor dem Aus, Fertiggerichte laufen schlechter als erhofft.

 (Bild: HelloFresh)
Bild: HelloFresh
Mit einem AEBITDA von rund 423 Mio. Euro steigert HelloFresh   trotz rückläufiger Erlöse das operative Ergebnis deutlich. In Berichtswährung sinkt der Umsatz um 11,8 Prozent, währungsbereinigt um 9,0 Prozent. Der Konzern befindet sich damit klar in einer Phase der Konsolidierung statt Expansion.

Positiv entwickelt sich das Kerngeschäft mit Kochboxen. Die Produktkategorie erreicht eine AEBITDA-Marge von 13,5 Prozent. Gleichzeitig verlangsamt sich hier der Umsatzrückgang seit vier Quartalen in Folge, was auf eine Stabilisierung hindeutet.

Weniger dynamisch verläuft dagegen die Entwicklung bei den Fertiggerichten, die ursprünglich als Wachstumstreiber positioniert waren. Die Erholung gestaltet sich langsamer als erwartet. Operative Herausforderungen, insbesondere bei der Kundenbindung und der Neukundengewinnung, wirken offenbar länger nach. Damit bleibt ausgerechnet das Segment schwach, das mittelfristig neue Impulse liefern sollte.

Strategisch setzt HelloFresh auf auch weiterhin Fokussierung. Zusätzlich zu den bereits kommunizierten Effizienz-Maßnahmen hat HelloFresh beschlossen, sich aus dem italienischen und spanischen Markt zurückzuziehen. In Spanien hat HelloFresh ein kollektives Kündigungsverfahren eingeleitet. Für diese Märkte würden derzeit keine Perspektive bestehen hieß es.

BestandskundInnen im Fokus, Investitionen für 2026 geplant

Auffällig ist, dass der Umsatz mit BestandskundInnen steigt, obwohl der Gesamtumsatz sinkt. Das deutet auf eine selektivere Neukundstrategie hin, bei der Profitabilität wichtiger als Menge ist. Für 2026 kündigt der Vorstand dennoch verstärkte Investitionen an. HelloFresh steht damit vor einem strategischen Wendepunkt: Während sich die Margen stabilisieren, wird nachhaltiges Wachstum zur zentralen Herausforderung für das kommende Geschäftsjahr.
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