Otto darf Marke Quelle übernehmen

von Redaktion Versandhausberater

21.02.2010 In der Nachspielzeit hat Otto die EU-Kommission doch noch überzeugen können: Die Hamburger dürfen die Marken "Quelle" und "Privileg" übernehmen - nicht aber die anderen Marken wie Webschatz, Casamaxx oder auch Universum.

In der Nachspielzeit hat Otto die EU-Kommission doch noch überzeugen können: Die Hamburger dürfen die Marken "Quelle" und "Privileg" übernehmen - nicht aber die anderen Marken wie Webschatz, Casamaxx oder auch Universum. Dieses Portfolio von rd. 125 Marken will und muss Otto nun geschlossen an einen Wettbewerber abgeben.
Man könnte das quasi als eine Realteilung bezeichnen, wobei Quelle und Privileg sicher die Filetstücke sind. Als Käufer kommen angesichts der Markenbekanntheit im Universal-Versandhandel vor allem andere Sortimentsversender in Frage. Der kaufende Wettbewerber hat zugleich auch für ein Jahr die gleichen Rechte, Adressen der Quelle-Kunden für Werbezwecke zu nutzen. Die ursprüngliche Exklusivität der Adressnutzung ist kassiert - mit Sicherheit wird Otto hier einen Nachlass beim Quelle-Insolvenzverwalter verhandelt haben.
Zunächst will Otto quelle.de möglichst rasch wieder ans Netz nehmen. Ein "kleiner" Katalog könnte folgen. Hier ist weniger Eile geboten, denn die Uhr für die Adressnutzung beginnt erst zu ticken, wenn ein Vertrag mit dem Wettbewerber geschlossen ist. Während das Closing des Übernahmevertrags mit Quelle innerhalb der nächsten 10 Tage erfolgen könnte, wird die Verhandlung mit einem Investor für die Eigenmarken vermutlich nocht etwas dauern. Zeit, an einem schlüssigen Konzept für die Marken Quelle und Privileg zu feilen.
So ist Quelle@Otto geworden, was wir hier frühzeitig prognostizierten: Ein Epilog. Selbst dann, wenn Otto die Marke in Deutschland und womöglich auch in den Nachbarländern nutzen und irgendwo im Spannungsfeld mit Baur und Witt bei einer älteren Kundschaft positionieren wird.
Denn letztlich ist das wichtigste Ziel erreicht: Der mögliche Eintritt eines neuen Wettbewerbers ist verhindert. Und die Adressen sind gleichfalls gesichert. Dass diese interessant sind, zeigt sich derzeit in Österreich. Dort hat es in letzter Minute noch ein Gebot für die Quelle Gesellschaft gegeben. Doch die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass es den Investoren um Michael Lielacher mehr um die Adressen und günstige Mietverträge als eine substantielle Geschäftsfortführung geht. Die Marke "Quelle" scheint für ihn jedenfalls irrelevant zu sein.
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