"Deutliche Umsatzrückgänge": Strauss strauchelt erneut

22.06.2015

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Bild: NH-Pressebild unter Creative Commons Lizenz
Der Multichannel-Händler Strauss   steht wieder vor einer ungewissen Zukunft. Konkret haben die für das Geschäft zuständige Strauss Verwaltungs GmbH und die Strauss Logistik GmbH beim Amtsgericht Düsseldorf einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Grund ist, dass die Finanzierung der Winterkollektion gescheitert ist. So konnte man die Ware jetzt nicht kaufen, weshalb die Anträge nach eigenen Angaben nun "unausweichlich" waren.

Strauss Innovation Online-ShopStrauss konnte trotz neuem Sortiment nicht punkten (Bild: Screenshot)

Dass der Einkauf nicht finanziert werden kann, hat ebenfalls seine Gründe. So habe der Multichannel-Händler in den zwei Monaten März und April "deutliche Umsatzrückgänge" verbuchen müssen, die wiederum mit einer neuen Positionierung zusammenhängen. Zum Hintergrund: Strauss Innovation stand im Jahr 2014 schon einmal auf der Kippe. Damals hatte man ein so genanntes Schutzschirmverfahren   beantragt und für die Sanierung einen Insolvenzplan erarbeitet, der Ende 2014 auch vom Amtsgericht bestätigt wurde. Einer der zentralen Eckpunkte des Konzepts bestand darin, sich auf profitable Filialen zu konzentrieren. Seitdem wurden daher bereits 19 Geschäfte geschlossen und 300 Mitarbeiter entlassen. Punkten wollte man bei Verbrauchern außerdem mit hochwertigeren Produkten und einem neuen Anstrich der Filialen. Beide Maßnahmen haben aber offenbar nicht gezogen, wie nun die "deutlichen Umsatzrückgänge" in den Monaten März und April vermuten lassen. Für weitere Details war Strauss bis Redaktionsschluss leider nicht für eine Stellungnahme zu haben. Durch die schlechte wirtschaftliche Entwicklung stehen nun die verbliebenen 1.100 Mitarbeiter und insgesamt 77 Geschäfte des Multichannel-Händlers auf der Kippe. Das Amtsgericht hat den Düsseldorfer Anwalt Horst Piepenburg zum vorläufigen Insolvenzverwalter ernannt.