Büro in München: Alibaba hat deutsche Marken im Visier

04.12.2015

 (Bild: NH-Pressebild)
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Bild: NH-Pressebild unter Creative Commons Lizenz
Die chinesische Alibaba-Gruppe   kommt nach Deutschland. Konkret soll ein Büro in München eröffnen, um dadurch deutschen Handelspartnern und Marken das Geschäft mit Kunden in China zu erleichtern. Wann genau der deutsche Standort eröffnet wird, verraten die Chinesen zwar nicht. Fest steht aber, dass mit Terry von Bibra   ein prominenter Manager die deutsche Niederlassung führt, der zuvor in Führungspositionen bei Karstadt und Amazon tätig war.

Tmall.comDer Marktplatz Tmall.com ist ein Aushängeschild der Gruppe (Bild: Screenshot)

Mit dem lokalen Team will Alibaba deutschen Handelspartnern in einem ersten Schritt dabei helfen, die passenden Produkte für einen Verkauf in der Volksrepublik auszuwählen. Sobald sich Partner für ein Sortiment entschieden haben, sollen Mitarbeiter in München dann den Händlern und Marken beim Verkauf ihrer Produkte über die Online-Plattformen der Alibaba-Gruppe helfen, zu denen unter anderem der chinesische Online-Marktplatz Tmall.com   zählt. Generell verfolgt die Alibaba-Gruppe das Ziel, mehr internationale Marken und Handelspartner auf ihre Online-Portale zu bringen. Kein Wunder. Denn chinesische Kunden interessieren sich zunehmend für westliche Marken. Besonders gefragt sind zur Zeit europäische Luxusmarken, aber auch Baby- und Kleinkind-Nahrungsmittel. Diese werden nämlich von den chinesischen Verbrauchern sehr geschätzt, weil sie mehr Vertrauen zu den ausländischen Marken haben, die als sicherer angesehen werden – was unter anderem das Beispiel Windeln.de verdeutlicht. Zur Erinnerung: Allein im letzten Jahr hat die deutsche Windeln.de AG    einen Netto-Umsatz von über 55,7 Mio. Euro mit Kunden aus China    erwirtschaftet, die Babybedarf über eine lokalisierte Version des Online-Shops für chinesische Kunden kaufen können. Durch den Fernost-Boom wurde 2014 mehr als die Hälfte vom Gesamtumsatz der deutschen Windeln.de AG mit Kunden aus China erzielt. In die Karten spielen dürfte dem Spezialisten für Babybedarf dabei auch, dass laut Marktanalysen   momentan die Kaufkraft der chinesischen Kunden zunimmt. Von der boomenden China-Nachfrage nach westeuropäischen Marken will inzwischen auch die Otto-Gruppe    profitieren. Deshalb hat der Hamburger Handelskonzern vor kurzem ein Joint Venture mit dem chinesischen ECommerce-Unternehmen JD.com    gegründet, das in der Volksrepublik den gleichnamigen Online-Marktplatz - ein Konkurrenzangebot zu Tmall von Alibaba - betreibt. Durch die Partnerschaft mit dem Otto-Konzern sollen internationale Marken und Hersteller ihre Produkte ebenfalls leichter an chinesische Kunden verkaufen können   .