"Styling-Kompetenz gewinnen": Karstadt übernimmt Mode-Startup

18.04.2018

 (Bild: NH-Pressebild)
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Bild: NH-Pressebild unter Creative Commons Lizenz
Die Karstadt Warenhaus GmbH   startet ein neues Online-Business. So wird die Signa-Tochter   jetzt im Markt für "Curated Shopping" aktiv, wo Mode-Stylisten individuelle Outfits für Kunden kombinieren und versenden. Das entsprechende Know-how dafür baut sich Karstadt nun allerdings nicht selbst auf.
Kisura
Box mit Outfit (Bild: Kisura GmbH)
Vielmehr wurden dazu wesentliche Assets des Berliner Start-Ups Kisura   erworben, das auf "Curated Shopping" spezialisiert ist und diesen Markt seit Sommer 2013 beackert. Details zum Deal will Karstadt auf Nachfrage von neuhandeln.de nicht verraten. Durch die Übernahme will die Kaufhaus-Kette ihr Wachstum vorantreiben und neue Kompetenzen aufbauen. "Mit dem Erwerb gewinnen wir Know-how bei Styling-Kompetenz und systemgestützter, individueller Kundenberatung", freut sich daher Karstadt-CEO Stephan Fanderl. Kisura richtet sich an Frauen, die sich beim Online-Modekauf beraten lassen wollen. Dazu müssen Kundinnen zunächst online einen Fragebogen ausfüllen, damit Kisura mehr über die Mode-Vorlieben seiner Kunden erfährt. In einem zweiten Schritt stellen Stylisten ein persönliches Outfit zusammen, das kostenlos zur Kundin geschickt wird. Diese kann die Mode dann zu Hause in Ruhe anprobieren und muss nur behalten, was ihr auch gefällt. Der Rückversand ist ebenfalls kostenlos. Bei der Auswahl der passenden Mode nutzt Kisura eine selbst entwickelte Software, die Vorlieben der Kunden analysiert. So erhalten die Stylisten immer Empfehlungen, die laut System am besten zur Kundin passen könnten. Ein ähnliches Geschäftsmodell verfolgt der Konkurrent Outfittery, der als Kunden aber "gutsituierte Männer" im Visier hat. Outfittery   konnte im vergangenen Jahr zudem erstmals schwarze Zahlen   schreiben. Die Kisura GmbH dagegen wurde nach Informationen im Unternehmensregister vom 12. April 2018 aufgelöst, weil ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Für Bestandskunden soll es nach der Übernahme wie gewohnt weiter gehen, während das Start-Up von Karstadts Expertise bei Beschaffung und Logistik profitieren will. Die Gründerinnen Tanja Bogumil und Linh Nguyen bleiben an Bord.
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