Vom Ausnahmeboom zum KI-Handel
28.07.2026 In kaum einer Branche haben sich die Vorzeichen so schnell gedreht wie im E-Commerce. Auf den Corona-Boom folgten Konsumkrise, Umsatzrückgänge und ein harter Kampf um Profitabilität.
2022: Der Boom kippt in die Krise
Mit dem Ende der Einschränkungen normalisiert sich das Einkaufsverhalten abrupt. Krieg, Energiepreisschock, Inflation und Lieferprobleme treffen auf Händler mit vollen Lagern. Aus Knappheit wird Überbestand, aus Wachstum Rabattdruck. Auch bei Digitaldienstleistern kippt die Stimmung. Transformationsberatung bleibt gefragt, während Social Media hinter den Erwartungen zurückbleibt. Intranet- und Backend-Projekte erholen sich langsam, eigenständige Mobile-Projekte verlieren an Bedeutung. Zum Jahresende ist klar: Die Corona-Sonderkonjunktur ist vorbei. Projekte und Vertriebskanäle müssen sich wieder wirtschaftlich rechnen.2023: Der Onlinehandel schrumpft weiter
Der deutsche Onlinehandel verliert erneut Umsatz. KonsumentInnen sparen, vergleichen stärker und reagieren sensibler auf Versandkosten. Händler setzen auf Lagerabbau, Deckungsbeiträge und Effizienz statt auf Wachstum.Same-Day-Delivery etabliert sich, kostenlose Lieferung und Retouren geraten dagegen unter Druck. Im B2B-Handel bleiben Digitalisierung und Innovationsmanagement wichtig, Investitionen werden jedoch häufiger verschoben. Strategie und Beratung profitieren, weil Unternehmen vor größeren Projekten Orientierung suchen.
Mit ChatGPT beginnt zugleich der Aufstieg generativer KI. Zunächst wird sie vor allem für Texte, Übersetzungen, Kundenservice und Marketing getestet. Die grundlegende Veränderung der Customer Journey steht noch bevor.

