Agentic Commerce steht vor der Tür

Zukunft und Agentic Commerce

von Gerti Graf

28.07.2026 Die kommenden Jahren werden wohl vermutlich KI-getrieben. Wie genau, das entnehmen Sie bitte unserer 70-Jahresausgabe vom August 2031. Was wir bisher wissen:

 (Bild: Sebastian Halm/ChatGPT)
Bild: Sebastian Halm/ChatGPT

Unsere aktuelle bevölkerungsrepräsentative Studie vom Juli 2026 sagt: Jeder fünfte Mensch in Deutschland nutzt nach eigenen Angaben KI für seinen ECommerce-Einkauf. Doch den Checkout über die KI oder gar den kompletten Einkauf via KI-Agent nutzen nach eigenen Angaben aktuell nur wenige.

Wer heute einen Kurztrip plant, lässt sich von einer KI gerne schon einmal Reiserouten, Unterkünfte, Sehenswürdigkeiten oder Ausgehtipps heraussuchen. Im Agentic-Modus der Zukunft könnte die AI nicht nur suchen, sondern konkrete Aufträge ausführen. Etwa: Hotel und Flug buchen, Verfügbarkeit von Tischen prüfen und diese reservieren oder sogar im Auftrag des Nutzers eine Frage per Mail an das Hotel schicken und die Antwort für die weitere Planung berücksichtigen.

Der Unterschied zu bisherigen Systemen: Die Maschine entwickelt für die Bewältigung der Kaufaufgabe einen Plan, zerlegt ihn in Teilaufgaben und wickelt diese in der richtigen Reihenfolge ab. Das alles findet sich im Jahr 2026 vor allem in Keynotes, aber keinesfalls im Alltag. Kleinere Aufgaben - etwa die Abwicklung einer Tischreservierung - lassen sich schon heute erfolgreich an die Maschine übertragen. Gut möglich also, dass in naher Zukunft immer mehr Menschen zumindest einfache, lästige Aufgaben ("Kündige mein Abo im Fitnessstudio") einem Agenten überlassen werden. Mit weiterem Fortschritt und Gewöhnung könnte sich daraus ein Trend entwickeln, der zumindest in manchen Commerce-Anwendungsfällen große Relevanz entwickelt.

Agentic Commerce lässt sich aktuell denken in einem unemotionalen Beschaffungsprozess, nicht in einem Einkaufserlebnis. So wird es auch bei dem Fortschreiten der Technik viel wichtiger sein, den Agenten lediglich als Mittler zu betrachten und den Menschen als Empfangenden in den Mittelpunkt zu stellen. Der Agent wird zum UX-Werkzeug. Er erhält viele Informationen, Konfigurations- und Abbildungen, Argumentationsketten und Checklisten: Nicht, um ihn selbst zu überzeugen, sondern den Menschen dahinter. Fast wie heute eben.

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