Supply Chain-Verantwortliche setzen auf den Einkaufsmanager KI
17.09.2025 Zwei Drittel der Einkaufschefs empfinden den Zeitaufwand für Individualbestellungen als Belastung. Auf KI-Unterstützung setzen sie vor allem bei den Themen Preisvergleich, Artikelauswahl und Lieferantenvergleich.
KI im Einkauf ist noch ein Minderheitenthema
68 Prozent der Einkaufschefs empfinden den Zeitaufwand für Individualbestellungen als Belastung - ein Drittel sogar als stark belastend. KI als festen Bestandteil der internen Datenanalyse nutzen 16 Prozent der Befragten, weitere 13 Prozent haben entsprechende Projekte pilotiert. Zählt man aktive Nutzung, Roll-out und Pilotierung zusammen, liegt die interne Datenanalyse mit 29 Prozent an der Spitze. Danach folgen die externe Datenanalyse, Produktsuche und ESG-Reporting mit jeweils 23 Prozent und Lieferantenmanagement mit 22 Prozent. Am seltensten kommt KI bislang in Bereichen wie Artikelauswahl und Supplier Relationship Management (jeweils 16 Prozent) sowie Category Management (13 Prozent) zum Einsatz."Die Unternehmen haben sich auf den Weg gemacht, KI in ihre Einkaufsprozesse gezielt zu implementieren", sagt , Geschäftsführer von Crowdfox. "Zwar reden wir noch über eine Minderheit. Aber angesichts der Dynamik seit Einführung von ChatGPT Ende 2022 rechne ich im kommenden Jahr mit einer Mehrheit, die KI aktiv einsetzt. Die Vorreiter verschaffen sich gerade jetzt einen strategischen Vorsprung."
Preisvergleiche und Artikelauswahl werden zur KI-Aufgabe
Das größte Potenzial für den KI-Einsatz sehen die Befragten bei Preisvergleichen (sehr hoch: 49 Prozent, hoch: 25 Prozent) sowie der Artikelauswahl (sehr hoch: 19 Prozent, hoch: 52 Prozent). Auch beim Lieferantenvergleich (sehr hoch: 20 Prozent, hoch: 45 Prozent) wird großes Potenzial gesehen. Ein KI-gestütztes ESG-Reporting rangiert auf Platz vier der potenzialträchtigsten Einsatzbereiche (sehr hoch: sechs Prozent, hoch: 55 Prozent). 55 Prozent sehen zudem hohes oder sehr hohes Potenzial zur Reduzierung von Freitextbestellungen, 35 Prozent beim Thema Maverick Buying.Die hohe Zahl an Freitextbestellungen - also Bestellungen außerhalb standardisierter Prozesse, die über IT abgebildet werden - empfinden 52 Prozent der CPOs als problematisch oder sehr problematisch. Beim Maverick Buying, also dem eigenmächtigen Übergehen der Einkaufsabteilung in Unternehmen, liegt dieser Anteil sogar bei 55 Prozent. Zwei Drittel (68 Prozent) beklagen den hohen Zeitaufwand für Individualbestellungen; jeder Dritte (32 Prozent) sagt, dass ihn dies stark belastet.
Operativ laufen Bestellungen künftig über KI
Für 61 Prozent der Befragten ist klar: KI wird den Bestellprozess grundlegend verändern. 29 Prozent glauben, dass der operative Einkauf künftig weitgehend automatisiert über KI läuft. Nur zehn Prozent gehen davon aus, dass KI für ihr Unternehmen keine große Rolle spielen wird.Die größten Herausforderungen für die Einführung von KI sehen die Befragten bei der Integration in bestehende IT-Systeme (74 Prozent) und beim Datenschutz (68 Prozent). Etwas mehr als die Hälfte (58 Prozent) nennt fehlendes Know-how als Bremse. Nur 35 Prozent sehen die Kosten als Hauptproblem.
"Für alle diese Herausforderungen wird es Lösungen geben", sagt Schäfer. "Wettbewerbsvorteile entstehen vor allem dort, wo sich Unternehmen schnell für praxistaugliche Tools entscheiden - also für Lösungen, die sich nahtlos integrieren lassen, datenschutzkonform sind und nach dem Prinzip Plug & Play funktionieren. Niemand im Einkauf sollte ein halbes Informatikstudium brauchen, um KI erfolgreich einzusetzen. Entscheidend ist: Die Lösung muss sofort verständlich und effektiv sein - dann lösen sich auch etwaige Kostenvorbehalte auf."
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