B2B-Health-Commerce: Fast jedes zweite Unternehmen ist für KI unsichtbar
23.09.2026 Fast die Hälfte der untersuchten Hersteller und Großhändler aus dem Gesundheitsmarkt taucht in Antworten gängiger KI-Systeme nicht auf. Zugleich bremsen fehlende Preise, Schnellbestellungen und digitale Kontaktmöglichkeiten den Online-Vertrieb.
Besonders relevant wird die fehlende KI-Sichtbarkeit, weil B2B-EinkäuferInnen künstliche Intelligenz zunehmend in ihre Recherche einbeziehen. Laut Forrester nutzen 94 Prozent der B2B-EinkäuferInnen KI im Kaufprozess. Im Report wurde deshalb untersucht, ob Unternehmen in Antworten von ChatGPT , Microsoft Copilot und Gemini erscheinen.
Plattformen kaum auf KI-Einkaufsagenten vorbereitet
Noch größere Defizite sieht die Untersuchung beim sogenannten Agentic Commerce. Kein untersuchter Großhändler erfüllt laut Report vollständig die Voraussetzungen dafür, dass KI-Einkaufsagenten selbstständig mit der Plattform arbeiten und Bestellungen auslösen können. 48 Prozent der Großhändler bieten demnach keinen der geprüften Bausteine wie maschinenlesbare Produktdaten, geeignete technische Schnittstellen oder Regeln für den Zugriff durch KI-Agenten."Die Branche diskutiert über KI, während die eigene Plattform für KI-Systeme gar nicht existiert. Jedes zweite Unternehmen ist in den Antworten unsichtbar, da hilft auch der beste Außendienst nichts, denn die Vorentscheidung ist dann längst gefallen", sagt Jaromir Fojcik , Gründer und Geschäftsführer von creativestyle.
Die Untersuchung der KI-Sichtbarkeit erfolgte gemeinsam mit der Technologieberatung WOXOW . Dafür wurden je Marktsegment zehn standardisierte Prompts über sieben Tage hinweg ausgewertet. Der gesamte Erhebungszeitraum erstreckte sich vom 1. Juni bis 4. September 2026.
Auch der digitale Kaufprozess hat Lücken
Defizite zeigt der Report zudem unmittelbar vor dem Kaufabschluss. 89 Prozent der untersuchten Anbieter verfügen im Kaufprozess über keine direkte digitale Kontaktmöglichkeit wie Live-Chat oder Chatbot. Bei 67 Prozent der Großhändler fehlen sichtbare Staffelpreise oder Mengenrabatte, mehr als die Hälfte bietet keine Schnellbestellung per Artikelnummer an.Auch Kundenbindungsmechanismen sind wenig verbreitet: 78 Prozent der untersuchten Anbieter zeigen wiederkehrenden KundInnen keine erkennbaren Vorteile. Damit liegen aus Sicht der StudienautorInnen gerade bei vergleichsweise grundlegenden Commerce-Funktionen noch Potenziale für Anbieter und ihre Digitaldienstleister.
Die Bewertungen basieren ausschließlich auf den öffentlich zugänglichen Angeboten der Unternehmen. Jedes der 45 Kriterien wurde anhand einer dreistufigen Skala mit null bis zwei Punkten bewertet und laut creativestyle mit Screenshot und Zeitstempel dokumentiert. Hersteller und Großhändler wurden nach demselben Kriterienkatalog geprüft, aber getrennt ausgewertet.
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