Zunehmender ECommerce-Betrug: 15 Prozent der Shops verlieren mehr als 100.000 Euro
22.09.2026 93 Prozent der deutschen Online-HändlerInnen waren bereits mit Betrug oder Betrugsversuchen konfrontiert. Besonders häufig geht es um gestohlene oder manipulierte Identitäten, zugleich melden viele Shops steigende Schäden und neue Betrugsmuster.
Am häufigsten nennen die HändlerInnen Identitätsbetrug: Drei Viertel der Befragten sind davon betroffen. 67 Prozent berichten von manipulierten Namens- und Adressdaten, 55 Prozent von vollständig falschen Identitäten. Sechs von zehn Unternehmen erleben zudem Fälle, in denen KundInnen den Erhalt gelieferter Ware bestreiten. Eingehungsbetrug betrifft 57 Prozent, die Übernahme fremder Kundenkonten 56 Prozent.
Retourenbetrug und hohe Einzelschäden
Auch missbräuchliche Retouren spielen eine große Rolle. 47 Prozent der Shops berichten von sogenannten Return-Fraud-Fällen, bei denen etwa leere Pakete zurückgeschickt werden. 42 Prozent erleben Switch Fraud, bei dem andere Artikel retourniert werden als ursprünglich bestellt. Gestohlene Zahlungsdaten spielen bei 40 Prozent der befragten Unternehmen eine Rolle.Die finanziellen Folgen können erheblich ausfallen: 45 Prozent der HändlerInnen beziffern ihre jährlichen Betrugsverluste auf 10.001 bis 100.000 Euro, 15 Prozent sogar auf mehr als 100.000 Euro. 32 Prozent haben bereits bei einer einzigen Bestellung mehr als 2.500 Euro verloren, weitere 18 Prozent zwischen 1.001 und 2.500 Euro.
Drei Viertel setzen auf Betrugserkennung
75 Prozent der befragten Unternehmen setzen bereits Maßnahmen zur Betrugserkennung ein, weitere neun Prozent planen entsprechende Investitionen. Von den HändlerInnen mit Betrugsprävention kombinieren 93 Prozent automatisierte Systeme mit manuellen Prüfungen. Als größte Herausforderungen nennen jeweils 69 Prozent die Auswahl risiko- und kundengerechter Maßnahmen sowie das Erkennen neuer Betrugsmuster. 53 Prozent wollen zudem den manuellen Prüfungsaufwand reduzieren.CRIF-Geschäftsführer Dr. Frank Schlein erwartet, dass Künstliche Intelligenz und synthetische Identitäten die Betrugsbekämpfung weiter erschweren. Auch durch Agentic Commerce könnten zusätzliche Anforderungen an Identitäts- und Vertrauensprüfungen entstehen. Martin Große-Albenhausen , stellvertretender Hauptgeschäftsführer des bevh, verweist zugleich darauf, dass Betrugsfälle gemessen am gesamten Zahlungsverkehr zwar nur im Promille-Bereich lägen, einzelne Schäden aber größer würden.
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