Verbraucherstimmung

Privatinsolvenzen erreichen Zehn-Jahres-Hoch

von Dominik Grollmann

27.02.2026 Die Zahl der Privatinsolvenzen steigt weiter deutlich - und trifft vor allem junge Erwachsene sowie Senioren. Für HändlerInnen wächst damit das Risiko von Zahlungsausfällen, insbesondere im Raten- und Konsumgeschäft.

2025 befanden sich so viele Verbraucher wie finanziell im freien Fall. (Bild: Pexels/Pixabay)
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2025 befanden sich so viele Verbraucher wie finanziell im freien Fall.
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 107.816 Privatinsolvenzen registriert, ein Plus von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilt die Wirtschaftsauskunftei CRIF GmbH    in ihrem "Schuldenbarometer 2025" mit. Damit erreicht die Zahl den höchsten regulären Stand der vergangenen zehn Jahre. Der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2021 war laut Unternehmen auf einen Sondereffekt durch eine Gesetzesänderung zurückzuführen.

Als Gründe nennt CRIF anhaltend hohe Energie- und Lebensmittelpreise sowie steigende Lebenshaltungskosten. Viele Haushalte verfügten über zu geringe Rücklagen, um laufende Verpflichtungen wie Mieten oder Ratenzahlungen dauerhaft bedienen zu können. Auch unsichere Beschäftigungsverhältnisse und ein ausgeprägter Niedriglohnsektor verschärften die Lage. Für 2026 rechnet CRIF mit rund 110.000 Privatinsolvenzen.

Ratenkäufe und "Buy now, pay later" als Risikofaktoren

Besonders stark steigen die Insolvenzen bei jungen Erwachsenen. In der Altersgruppe der 18- bis 20-Jährigen nahm die Zahl um 52,6 Prozent zu, bei den 21- bis 30-Jährigen um 28,6 Prozent. Als Ursachen gelten unter anderem eine geringe finanzielle Widerstandskraft, spontane Ratenkäufe und die zunehmende Nutzung von "Buy now, pay later"-Modellen.

Auch bei Menschen ab 61 Jahren zeigt sich ein deutlicher Anstieg von 10,6 Prozent. Steigende Miet- und Energiekosten sowie stagnierende oder sinkende Renten belasteten diese Gruppe zusätzlich. Die durchschnittliche Schuldenhöhe liegt laut CRIF derzeit bei rund 15.000 Euro.

Regionale Unterschiede bei Insolvenzen deutlich

Regional zeigen sich weiterhin starke Unterschiede. Bundesweit lag die Quote 2025 bei 127 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner. Bremen führt mit 201 Fällen vor Hamburg mit 177 und Niedersachsen mit 172 Fällen. Die niedrigsten Werte verzeichnen Bayern und Thüringen mit jeweils 86 Fällen je 100.000 Einwohner.

In absoluten Zahlen weist Nordrhein-Westfalen mit 25.864 Fällen die meisten Privatinsolvenzen auf, gefolgt von Niedersachsen mit 14.024 und Bayern mit 11.579 Fällen. Den stärksten prozentualen Anstieg meldet das Saarland mit plus 21,8 Prozent, während Thüringen mit minus 5,0 Prozent einen Rückgang verzeichnet.

Für den Handel sind die Zahlen ein Warnsignal: Steigende Insolvenzen, insbesondere bei jungen KonsumentInnen, erhöhen das Risiko im Kredit- und Ratenzahlungssegment und erfordern ein noch genaueres Risikomanagement.
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