Online-Handel unter Dauerfeuer: 95 Prozent der Shops von Betrug betroffen
25.11.2025 Hohe Bestellvolumen, immer professionellere Täter, neue Maschen: Eine Umfrage offenbart ein massives Betrugsproblem im deutschen E-Commerce - mit teils sechsstelligen Schadensbeträgen für die betroffenen Shops.
Häufigste Maschen: Identitätsbetrug, Zahlungsdaten, Kontenübernahmen
Die häufigste Betrugsform ist laut CRIF der Identitätsdiebstahl - bei 76 Prozent der Online-Shops kam es bereits vor, dass Käufer sich als andere reale Personen ausgegeben haben. Weitere weit verbreitete Taktiken:- Falsche Namens- oder Adressangaben (74 Prozent)
- Eingehungsbetrug: Käufer bestellen, obwohl sie wissen, dass sie nicht zahlen werden (53 Prozent)
- Gestohlene Zahlungsdaten, etwa Kreditkarten (47 Prozent)
- Account Takeover: Täter nutzen fremde Kundenkonten für ihre Bestellungen (41 Prozent).
Massive Schäden: Viele Händler verlieren sechsstellige Beträge
Die finanziellen Folgen sind gravierend: Für über ein Viertel (26 Prozent) der befragten Shops summieren sich die jährlichen Betrugsverluste auf über 100.000 Euro.Trotzdem bleiben viele Einzelverluste vergleichsweise moderat: Bei 79 Prozent der Händler lag der höchste Einzelverlust durch Betrug unter 5.000 Euro.
Schutzmaßnahmen: Automatisierung als Schlüssel
Fast alle Online-Shops setzen laut Studie inzwischen automatische oder hybride Betrugserkennungslösungen ein:- 94 Prozent nutzen Maßnahmen zur Risiko- und Betrugserkennung.
- 90 Prozent kombinieren manuelle und automatisierte Verfahren.
- 75 Prozent halten risikobasierte, kundenspezifische Präventionsstrategien derzeit für essenziell.
- 62 Prozent legen besonderen Fokus auf die Erkennung neuartiger Betrugsmuster.
Dr. Frank Schlein, Geschäftsführer von CRIF Deutschland, warnt: "Die Methoden der Täter werden immer professioneller. Mit KI und synthetischen Identitäten wird Betrug künftig noch herausfordernder."
- Wachsamkeit ist also Pflicht: Besonders an Hochlast-Tagen wie Black Friday sollten Shop-Betreiber ihre Kontrollen verschärfen.
- Technologie nutzen: Automatisierte Risiko- und Betrugsprävention ist nicht mehr Luxus, sondern Standard.
- Strategie überdenken: Es reicht nicht mehr nur, bekannte Betrugsmuster zu bekämpfen - neue Formen wie synthetische Identitäten müssen proaktiv adressiert werden.
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