Commerce

B2B-Onlineshops und Marktplätze wachsen auf 549 Milliarden Euro

von Sebastian Halm

06.10.2026 Hersteller und Großhändler erzielen im Internethandel 7,9 Prozent mehr Umsatz. Zwei Drittel der befragten Führungskräfte erwarten eine weitere Verlagerung ins Onlinegeschäft - mit Folgen für Sortimente, Preise und Außendienst.

 (Bild: Kaufland)
Bild: Kaufland
Der deutsche Internethandel zwischen Unternehmen über Onlineshops und Marktplätze ist bei Herstellern und Großhändlern 2025 um 7,9 Prozent auf 549 Milliarden Euro gewachsen. Das zeigt der B2B-Marktmonitor von ECC Köln  , CGI   und Intershop   . Diese Vertriebskanäle machen inzwischen 13,3 Prozent der Gesamtumsätze beider Wirtschaftszweige aus. Einschließlich des elektronischen Datenaustauschs erwirtschafteten Hersteller und Großhandel knapp 1,6 Billionen Euro über digitale Vertriebskanäle. Über alle Wirtschaftszweige hinweg wuchs der elektronische Handel zwischen Unternehmen um 5,3 Prozent; sein Anteil am Gesamtumsatz beträgt 30 Prozent. Marktplätze wickeln rund ein Viertel des Internethandels zwischen Unternehmen ab, konnten ihren Anteil gegenüber 2024 allerdings nicht weiter ausbauen.

67 Prozent der befragten Führungskräfte rechnen damit, dass sich in den nächsten zwölf Monaten weitere Umsätze aus klassischen Vertriebskanälen ins Onlinegeschäft verlagern. Um eine unkontrollierte Kannibalisierung zu vermeiden, halten 61 Prozent kanalspezifische Sortimente und 60 Prozent kundenindividuelle Preise für hilfreich. Persönliche Betreuung bleibt Bestandteil des Vertriebs. Allerdings erwarten 82 Prozent, dass der Außendienst stärker als lösungs- und beratungsorientierter Partner entlang der Kundenreise arbeitet.

KI soll Produktsuche und individuelle Angebote unterstützen

Von zentralen Datenplattformen, die Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen, erwarten die Befragten insbesondere Vorteile für Kundenservice (77 Prozent), Preisstrategie (73 Prozent) und digitale Services (71 Prozent). 67 Prozent sehen in KI-gestützten Produktsuchen einen wichtigen Beitrag zu besseren Kaufentscheidungen. 65 Prozent würden es begrüßen, wenn KI-Agenten Preisanfragen selbstständig berechnen und kundenindividuell beantworten könnten. Weitere Einsatzfelder sind die Vernetzung von Systemen und Datenquellen (67 Prozent), die Analyse des Kundenverhaltens (64 Prozent) sowie Inhaltserstellung und Shopmanagement (63 Prozent). Dabei handelt es sich um Einschätzungen zum Potenzial, nicht um nachgewiesene Nutzung oder Wirkung.

Der Marktmonitor stützt sich unter anderem auf amtliche Statistiken, Befragungen, Unternehmens- und Verbandsinformationen sowie die Onlineanalyse mehrerer hundert Unternehmen. Die Pressemitteilung nennt keine Stichprobengröße für die Befragung der Führungskräfte.
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