Onlinehandel: Gutes Wachstum im ersten Halbjahr 2026 - aber nicht alle können sich freuen
06.07.2026 Die Umsätze im deutschen Onlinehandel sind im zweiten Quartal 2026 um 5,1 Prozent gestiegen und lagen im gesamten ersten Halbjahr um 4,3 Prozent über dem Vorjahreswert, teilt der bevh mit. Damit setzt sich die Erholung im E-Commerce fort, während das allgemeine Konsumumfeld schwach bleibt.
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Jetzt Mitglied werdenMarktplätze gewinnen weiter Marktanteile
Der Modehandel, eine der wichtigsten Warengruppen im Onlinehandel, steigerte sein Umsatzplus auf 4,4 Prozent, nachdem es im ersten Quartal noch 3,6 Prozent betragen hatte. Deutlich schwächer entwickelten sich Unterhaltung und Einrichtung mit jeweils 2,7 Prozent Wachstum. Möbel, Lampen und Dekorationen lagen im zweiten Quartal sogar 2,1 Prozent unter Vorjahr.Nach Versendertypen profitierten erneut Online-Marktplätze besonders stark. Sie wuchsen um 6,4 Prozent und kamen zur Jahresmitte auf 11,5 Milliarden Euro Umsatz. Herstellerversender legten um 6,3 Prozent zu. Klassische Onlineshops wuchsen dagegen nur um 3,8 Prozent, Multichannel-Händler mit Ursprung im stationären Handel um 2,5 Prozent.
Asiatische Plattformen wachsen schneller als der Markt
Zugleich stieg allerdings der Anteil asiatischer Plattformen am deutschen E-Commerce weiter. Zur Jahresmitte entfielen 5,3 Prozent der Onlineumsätze auf Anbieter wie Temu , Shein , AliExpress und weitere Plattformen aus Asien. Damit fließt nach bevh-Angaben bereits jeder 20. Euro im Onlinehandel an diese Anbieter.Besonders stark zeigt sich die Verschiebung im Modehandel. Dort vereinen asiatische Plattformen inzwischen mehr als 16 Prozent aller Bestellungen auf sich. Ihr Umsatzzuwachs liegt laut bevh bei mehr als 20 Prozent und damit deutlich über dem Gesamtmarkt.
Vom neuen 3-Euro-Pauschalzoll auf Sendungen unter 150 Euro aus Drittstaaten erwartet der Verband wenig Wirkung. "Billigimporten aus Asien wird die Abgabe wenig anhaben. Die Anbieter haben bereits begonnen, eigene Logistikstrukturen innerhalb Europas aufzubauen", sagt Alien Mulyk , seit 1. Juli neue Hauptgeschäftsführerin des bevh.
KI berät, darf aber noch nicht kaufen
KI-Anwendungen spielen vor dem Kauf bereits eine messbare Rolle. Fast sechs Prozent der OnlinekäuferInnen nutzten sie bei der Informationssuche. In den Altersgruppen von 14 bis 29 Jahren sowie 30 bis 39 Jahren griff bereits mehr als jeder zehnte Besteller auf Unterstützung durch ChatGPT , Gemini oder andere Dienste zurück.Eine Sonderbefragung unter 2.500 OnlinekundInnen im zweiten Quartal zeigt zugleich deutliche Grenzen: 31,2 Prozent haben bereits Chatbots nach Produktempfehlungen gefragt. Einer Produktempfehlung ohne zusätzliche eigene Suche direkt zu folgen, können sich aber nur 12,7 Prozent vorstellen. Einem KI-Agenten Zugang zu Bezahldaten zu geben, ist für 68,6 Prozent derzeit völlig undenkbar. Nur neun Prozent wären aktuell bereit, KI-Agenten autonom einkaufen zu lassen.
Für die Studie "Interaktiver Handel in Deutschland" werden von Januar bis Dezember insgesamt 40.000 Privatpersonen ab 14 Jahren zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel sowie zu digitalen Dienstleistungen befragt. Die aktuellen Zahlen beruhen auf dem Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni 2026. Durchgeführt wird die Studie von BEYONDATA .
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