Otto Group testet KI-Roboter für die Retourenabwicklung
01.11.2026 Die Otto Group will die Prüfung und Sortierung retournierter Bestellungen stärker automatisieren. Dazu erprobt Otto eine noch weitgehend unbekannte Nischentechnologie namens KI.
Roboter sollen auch unbekannte Artikel bearbeiten
Retouren stellen besondere Anforderungen an die Automatisierung: Produkte kommen unterschiedlich gefaltet, zerknittert oder neu verpackt zurück. Gleichzeitig verändert sich das Sortiment laufend. Die Systeme müssen deshalb mit wechselnden Artikeln und Zuständen umgehen können. Das KI-Modell Cortex von Sereact soll Erfahrungen mit bereits bearbeiteten Produkten auf bislang unbekannte Objekte übertragen. Es entscheidet nach Unternehmensangaben in Echtzeit, wie ein Artikel gegriffen, beurteilt und weitergeleitet wird. Im Projekt wollen die Partner überprüfen, ob die Systeme die erforderliche Zuverlässigkeit, Flexibilität und Qualität für eine Retourenabwicklung im großen Maßstab erreichen.Für das Training nutzt Sereact Technologie von Nvidia . Aus realen Greifvorgängen werden Tausende simulierte Varianten erzeugt, die unterschiedliche Verpackungen, Materialien, Artikelzustände und Lichtverhältnisse abbilden. Neue Steuerungsmodelle werden nachtrainiert und getestet, bevor sie auf die Roboter übertragen werden. Lösungen für problematische Artikel sollen dadurch innerhalb weniger Tage als geprüfte Updates verfügbar sein. Beschäftigte sollen repetitive Greif- und Hebevorgänge an die Roboter abgeben. Ihre Aufgaben verlagern sich nach Darstellung der Unternehmen auf die Überwachung der Systeme, die Bearbeitung von Ausnahmefällen und abschließende Qualitätsentscheidungen.
Die Zusammenarbeit ist Teil der angekündigten mittelfristigen Investitionen der Otto Group von 350 Millionen Euro in Technologie und künstliche Intelligenz. Welcher Anteil davon auf das Retourenprojekt entfällt, bleibt offen.
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