Multichannel

Präsenzläden sind Umsatzhebel für Multichannel

von Sebastian Halm

10.08.2026 Eine angenehme Atmosphäre im Ladengeschäft kann nicht nur die Ausgaben vor Ort erhöhen, sondern auch Kundenbindung, Empfehlungen und digitale Reichweite stärken.

 (Bild: ChatGPT/Sebastian Halm)
Bild: ChatGPT/Sebastian Halm
Das zeigt eine Verbraucherumfrage vonOnline-Großhandelsmarktplatz Faire  . Für Onlinehändler mit Filialen, Showrooms oder Pop-ups wird der stationäre Auftritt damit zu einem wichtigen Baustein der Multichannel-Strategie. 64 Prozent der deutschen Verbraucher geben nach eigenen Angaben mehr Geld in Geschäften aus, die in eine einladende Atmosphäre investieren. Wer dort mehr ausgibt, beziffert die zusätzlichen Ausgaben auf durchschnittlich 62,30 Euro pro Besuch. Gleichzeitig bleiben 83 Prozent länger, wenn sie die Atmosphäre eines Geschäfts positiv wahrnehmen, ebenso viele stöbern intensiver. 72 Prozent kaufen spontan etwas, 88 Prozent würden wiederkommen und 86 Prozent das Geschäft weiterempfehlen.

Die Ladenfläche wird zum zusätzlichen Marketingkanal

Für Händler, die Online- und Offlinekanäle miteinander verbinden, ist dabei vor allem die Wirkung über den eigentlichen Ladenbesuch hinaus interessant. Ein attraktiver stationärer Auftritt kann nicht nur Verkäufe vor Ort fördern, sondern zusätzliche Kontaktpunkte mit einer Marke schaffen und Empfehlungen auslösen.

Besonders deutlich wird dieser Effekt bei der Gen Z: 64 Prozent der Befragten aus dieser Altersgruppe haben ein positives Einkaufserlebnis bereits in sozialen Medien geteilt. Für Multichannel-Händler kann die Ladenfläche damit zugleich zum Content- und Reichweitentreiber werden. Ein Erlebnis, das offline beginnt, kann sich so über Social Media in digitale Kanäle verlängern. Die Erwartungen an das stationäre Erlebnis sind dabei hoch. 75 Prozent aller Befragten haben schon einmal darauf verzichtet, ein Geschäft zu betreten, weil Fassade oder Schaufenster wenig einladend wirkten. Bei der Gen Z liegt dieser Anteil sogar bei 90 Prozent.

Unabhängige Händler punkten mit Atmosphäre

Gerade kleinere und unabhängige Händler scheinen hier einen Vorteil gegenüber großen Ketten zu haben. 86 Prozent der Verbraucher sind der Ansicht, dass unabhängige Geschäfte eine bessere Einkaufsatmosphäre schaffen als große Handelsketten. Entscheidend sind dabei zunächst grundlegende Faktoren: 62 Prozent nennen Sauberkeit als wichtig für ein positives Einkaufserlebnis, 54 Prozent eine gute Beleuchtung. Jeweils 50 Prozent achten auf eine intuitive Raumaufteilung sowie freundliches, nicht aufdringliches Personal. Hinzu kommen Faktoren wie Licht, Musik und Duft.

Für Onlinehändler, die ihre Präsenz um stationäre Formate ergänzen, spricht die Untersuchung damit für eine klare Rollenverteilung im Multichannel-Modell: Während der Onlineshop vor allem Auswahl, Verfügbarkeit und Komfort bietet, kann die physische Fläche jene Erlebnisse schaffen, die sich digital nur schwer reproduzieren lassen. Gerade für Händler, die sich nicht allein über den Preis differenzieren können, kann der Laden damit zum Bindeglied zwischen Verkauf, Markenbildung und digitaler Reichweite werden.
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