Preisentwicklung

Zwei von drei Herstellern planen die nächste Preisrunde

von Susan Rönisch

03.09.2026 HändlerInnen müssen sich auf neue Preisverhandlungen mit Herstellern einstellen: 67 Prozent der Anbieter langlebiger Konsumgüter planen weitere Preiserhöhungen, obwohl die Nachfrage schwach bleibt und viele Unternehmen selbst Zweifel an der Durchsetzbarkeit haben.

 (Bild: ChatGPT/Sebastian Halm)
Bild: ChatGPT/Sebastian Halm
Das zeigt die Business-Health-Studie von Simon-Kucher  . Demnach haben 75 Prozent der befragten Hersteller ihre Preise bereits innerhalb der vergangenen zwölf Monate erhöht. Dennoch wollen zwei von drei Unternehmen erneut aufschlagen, jeder vierte Hersteller sogar um mehr als fünf Prozent. Lediglich 22 Prozent gehen davon aus, dass sich weitere Aufschläge am Markt nicht mehr durchsetzen lassen. Für HändlerInnen verschärft das den Spagat zwischen steigenden Einkaufspreisen und KundInnen, die auf höhere Verkaufspreise zunehmend sensibel reagieren.

Preview von Hersteller von langlebigen Produkten planen mehrheitlich Preiserhöhungen
Hersteller von langlebigen Produkten planen mehrheitlich Preiserhöhungen

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Wie hart die kommenden Verhandlungen werden könnten, zeigt ein weiterer Wert: 35 Prozent der Hersteller sehen Schwierigkeiten, höhere Nettopreise oder leistungsbezogene Handelskonditionen tatsächlich durchzusetzen. Damit ist offen, welcher Teil der angekündigten Preissteigerungen am Ende im Handel und bei den VerbraucherInnen ankommt.

Preiserhöhungen treffen auf schwache Nachfrage

Die geplanten Preiserhöhungen erfolgen in einem schwierigen Marktumfeld. 62 Prozent der Hersteller bewerten die Situation als unsicher bis kritisch, 21 Prozent rechnen mit sinkenden Umsätzen.

"Wenn höhere Preise auf eine zunehmend preissensitive Nachfrage treffen, ist das eine riskante Mischung", warnt Kai Füller , Director bei Simon-Kucher.

Auch die Stimmung unter den EntscheiderInnen hat sich deutlich verschlechtert. Anfang 2025 waren 92 Prozent noch positiv gestimmt, im Sommer 2026 sind es nur noch 51 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der PessimistInnen von null auf 14 Prozent.

Jeder dritte Hersteller kämpft mit der Preisdurchsetzung

Ob die angekündigten Preissteigerungen tatsächlich im Handel ankommen, ist allerdings offen. 35 Prozent der Hersteller sehen Probleme bei der Durchsetzung von Nettopreisen oder leistungsbezogenen Handelskonditionen. 19 Prozent bewerten die Umsetzung ihrer geplanten kommerziellen Maßnahmen insgesamt als gefährdet oder kritisch.

Damit dürfte ein Teil der angekündigten Preissteigerungen in Verhandlungen mit Handelspartnern abgeschwächt werden. "Preise erhöhen zu wollen, ist das eine. Sie am Markt durchzusetzen, ist das andere", sagt Björn Dahmen , Senior Partner bei Simon-Kucher.

Die Business-Health-Studie wurde im August 2026 von Simon-Kucher gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Dynata   durchgeführt. Befragt wurden 106 EntscheiderInnen von Herstellern und Markeninhabern aus Bereichen wie Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte, Möbel und Küchen, Heimwerkerbedarf, Heimtextilien sowie Spielwaren.
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