Handel: Von hundert Angestellten befassen sich sieben nur mit Bürokratie
09.07.2026 Der österreichische Handelsverband fordert einen schnelleren Bürokratieabbau.
Für den Handel seien die Belastungen besonders spürbar, erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Österreichische Unternehmen müssten inzwischen rund sieben Prozent ihrer Personalkapazitäten ausschließlich für administrative Aufgaben aufwenden. Diese Ressourcen fehlten für Kundenberatung, Innovationen und Investitionen.
Als größte Hemmnisse nennt der Handelsverband lange Genehmigungsverfahren, doppelte Prüfungen, Berichtspflichten, Mehrfachmeldungen sowie unzureichend digitalisierte und vernetzte Behörden. Besonders kritisch sieht der Verband den Föderalismus mit unterschiedlichen Bauordnungen, Fristen und Genehmigungsverfahren in den neun Bundesländern. Für Handelsunternehmen mit Filialen in mehreren Ländern führe dies zu vermeidbaren Mehrfachaufwänden.
Der Verband fordert deshalb die konsequente Umsetzung des Once-Only-Prinzips, den Abbau redundanter Meldepflichten, schnellere digitale Behördenverfahren und kürzere Genehmigungsprozesse. Darüber hinaus spricht er sich für eine gesetzliche Frist von maximal fünf Bankarbeitstagen für die Auszahlung von Steuergutschriften aus. Werden diese überschritten, sollen nach Auffassung des Handelsverbands automatisch Verzugszinsen zugunsten der Steuerpflichtigen anfallen.
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