Studie

Kunstkauf gewinnt bei jungen Zielgruppen an Bedeutung

von Susan Rönisch

23.09.2025 Vor allem junge Menschen interessieren sich für den Kauf von Kunst. Fast jeder zweite Befragte unter 30 zieht die Anschaffung eines Kunstwerks in Betracht - oft mit einer Zahlungsbereitschaft von mehreren Hundert Euro.

 (Bild: Pixabay/  fotoblend)
Bild: Pixabay/ fotoblend
Der Kunstmarkt stößt zunehmend auf das Interesse junger Käuferinnen und Käufer. Laut einer aktuellen Umfrage der GfK    im Auftrag der Online-Galerie Singulart   zeigen sich 45,8 Prozent der 18- bis 29-Jährigen am Erwerb von Kunst interessiert. In der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen liegt der Anteil bei 34,7 Prozent. Deutlich geringer fällt das Interesse bei älteren Konsumentinnen und Konsumenten aus: So gaben 85 Prozent der 60- bis 69-Jährigen an, kein Interesse am Kunstkauf zu haben.

Kunst wird dabei nicht nur als Investition, sondern zunehmend auch als Teil der Wohnraumgestaltung gesehen. Besonders moderne und abstrakte Werke sowie Arbeiten junger Künstlerinnen und Künstler finden Zuspruch bei den jüngeren Generationen, die Kunst gezielt als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit im Wohnumfeld einsetzen.

"Dass sich besonders jüngere Altersgruppen von Kunst angesprochen fühlen, betrachten wir als Indikator dafür, dass Kunst eine elementare Ausdrucksform des menschlichen Daseins ist", erklärt Véra Kempf, Mitgründerin von Singulart. "Kunstwerke können als Teil der Wohneinrichtung Haltungen und Emotionen sichtbar machen und ein Ausdruck der Persönlichkeit sein."
Auch bei der Zahlungsbereitschaft zeigt die Studie ein heterogenes Bild. Während nahezu die Hälfte der Interessierten (45,2 Prozent) bereit ist, mehr als 500 Euro für ein Kunstwerk zu investieren, liegen die Vorstellungen bei den Jüngsten (18- bis 29-Jährige) deutlich breiter: Viele von ihnen kalkulieren mit bis zu 100, 500 oder 1.000 Euro für ein Werk. Höhere Preisklassen sind allerdings ebenfalls vertreten: 17,4 Prozent der Befragten würden bis zu 1.000 Euro investieren, 12,2 Prozent bis zu 2.000 Euro, 9,6 Prozent bis zu 5.000 Euro und rund sechs Prozent sogar mehr als 5.000 Euro.

Für Händler und Galerien deutet die Umfrage darauf hin, dass vor allem jüngere Käufergruppen stärker in den Fokus rücken. Einsteigerfreundliche Preisniveaus, flexible Online-Angebote und die Verbindung von Kunst mit individuellen Wohn- und Lifestyle-Themen könnten künftig entscheidend sein, um diese Zielgruppen erfolgreich zu erreichen.
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