Kunstmarkt

Weng Fine Art: Rekordergebnis nach Verkauf der Artnet-Beteiligung

von Dominik Grollmann

04.03.2026 Der Kunsthändler Weng Fine Art hat 2025 das beste Jahresergebnis seiner Unternehmensgeschichte erzielt. Ausschlaggebend war der Verkauf einer Beteiligung am Online-Kunstmarktplatz Artnet. Für Händler relevant: Das Unternehmen will seine Verkaufsaktivitäten wieder aufnehmen und stärker auf limitierte Kunsteditionen setzen.

Besucher einer Ausstellung: Kunst kann man auch online kaufen. (Bild: Pixabay)
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Besucher einer Ausstellung: Kunst kann man auch online kaufen.
Die Weng Fine Art AG   hat im Geschäftsjahr 2025 einen Jahresüberschuss von 5,93 Millionen Euro erzielt und damit das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte erreicht, teilt das Unternehmen mit. Im Vorjahr hatte das Ergebnis noch bei minus 1,26 Millionen Euro gelegen. Der Bilanzgewinn stieg auf 6,94 Millionen Euro nach 1,81 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Der positive Ergebnisbeitrag resultiert laut Unternehmen vollständig aus dem Verkauf der 30-prozentigen Beteiligung an der Artnet AG  . Die Beteiligung wurde im Mai 2025 für knapp 20 Millionen Euro veräußert, wovon 15,2 Millionen Euro auf Weng Fine Art entfielen (wir berichteten: Artnet-Streit: Weng Fine Art steigt aus und "Dies muss ein Ende haben": Interner Streit um Artnet eskaliert).

Durch den Mittelzufluss hat sich die Bilanzstruktur deutlich verbessert. Die Eigenkapitalquote liegt nun bei etwa 80 Prozent und damit deutlich über der von finanzierenden Banken geforderten Quote von 35 Prozent. Gleichzeitig reduzierte das Unternehmen seine Bankverbindlichkeiten von 16,8 Millionen Euro auf 4,7 Millionen Euro.

Strategische Neuausrichtung nach Beteiligungsverkauf

Bereits im Sommer 2024 hatte das Management wegen einer schwachen Marktentwicklung die Verkaufsaktivitäten vorübergehend ausgesetzt. Stattdessen konzentrierte sich der Vorstand auf den Verkauf der Artnet-Beteiligung sowie auf eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens.

Nachdem sich der Kunstmarkt im Herbst 2025 wieder erholt habe, wollen Vorstand und Aufsichtsrat die Handelsaktivitäten nun schrittweise wieder aufnehmen. Der bestehende Warenbestand soll in den kommenden Jahren sukzessive abgebaut werden.

Das freiwerdende Kapital soll vor allem in den Ausbau des Geschäfts mit limitierten Kunsteditionen fließen. Dieses Segment gilt international als besonders wachstumsstark innerhalb des Kunstmarktes.

E-Commerce bleibt Teil der Strategie

Die Weng Fine Art AG   wurde 1994 von Rüdiger K. Weng gegründet und ist nach eigenen Angaben die einzige börsennotierte Kunsthandelsgesellschaft in Europa. Das Unternehmen betreibt mehrere Geschäftsbereiche im Kunsthandel und beliefert vor allem internationale Auktionshäuser sowie Händler und Galerien.

Über seine Schweizer Tochter ArtXX betreibt der Konzern unter der Marke Weng Contemporary außerdem ein ECommerce-Angebot für limitierte Kunsteditionen zeitgenössischer Künstler. Darüber hinaus beteiligt sich das Unternehmen über die Plattform Weng Art Invest an Projekten rund um den digitalen Kunstmarkt, unter anderem auf Basis von Blockchain-Technologie.
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