Böttcher bläst Europa-Expansion ab - und betreibt Standort-Bashing
17.09.2026 Die Böttcher AG legt ihre geplante Expansion nach Österreich und in weitere europäische Märkte auf Eis. Als Gründe nennt der B2B-Onlinehändler unter anderem neue EU-Regulierung, hohe Kosten und fehlende Planungssicherheit.
Konkret wird der bereits vorbereitete Markteintritt in Österreich nicht umgesetzt. Darüber hinaus legt das Unternehmen weitere Expansionspläne innerhalb Europas auf Eis. Das Unternehmen verzichte damit nach eigenen Angaben auf ein Umsatzpotenzial von bis zu 500 Millionen Euro pro Jahr sowie auf bis zu 300 mögliche neue Arbeitsplätze. Als Gründe nennt Böttcher unter anderem hohe Unternehmenssteuern und Sozialabgaben, steigende Energie- und Arbeitskosten, fehlende Planungssicherheit sowie eine zunehmende Bürokratie.
Neue Verpackungsregeln als Auslöser
Den unmittelbaren Ausschlag für die Entscheidung habe die neue europäische Verpackungsregulierung gegeben. Diese bringe zusätzliche Registrierungs-, Melde-, Dokumentations- und Entsorgungspflichten mit sich.Nach Darstellung des Unternehmens seien Kundenbasis, Kapital, Technologie und Logistik für weiteres Wachstum vorhanden. Die Expansion scheitere nicht an der Nachfrage, sondern an den politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen. Das unternehmerische Risiko steige durch zusätzliche Pflichten und Haftungsrisiken, während Planungssicherheit und Renditechancen abnähmen.
Bereits im Frühjahr hat Böttcher eine ähnliche Mitteilung veröffentlicht in der es hießt, wegen hoher Energiepreise, steuerlicher Belastungen, Bürokratie sowie fehlender Planungssicherheit am Standort Deutschland würden "Millioneninvestitionen" zurückgehalten. Zugleich klagte das Unternehmen, dass Betrugsfälle durch Identitätsdiebstahl, Dreiecksbetrug, Bestellungen unter falschem Namen sowie Paketdiebstahl hohe Schäden verursachten.
Die Böttcher AG mit Sitz in Zöllnitz bei Jena beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 700 Mitarbeitende und betreut über zehn Millionen Kunden. Das Unternehmen bietet über seinen Onlineshop www.bueromarkt-ag.de mehr als 250.000 Artikel aus dem Bürobedarf für Geschäftskunden an. Der deutsche Markt für Papier-, Büro- und Schreibwaren ist nach dem Hoch der Jahre 2022 und 2023 zuletzt zwei Jahre in Folge geschrumpft und lag 2025 bei 12,4 Milliarden Euro.
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