Bilanz

Böttcher AG stoppt Millioneninvestitionen in Deutschland trotz Umsatzplus

von Susan Rönisch

08.05.2026 Die Böttcher AG verschiebt geplante Investitionen in Millionenhöhe in Deutschland, obwohl das Unternehmen im laufenden Jahr ein Umsatzwachstum von rund zwölf Prozent erzielt hat. Hintergrund seien wirtschaftliche Unsicherheiten, steigende Belastungen für Unternehmen und zunehmende Betrugsfälle im Online-Handel. Gleichzeitig plant der Händler die Verlagerung einzelner Warengruppen innerhalb des Standorts Jena.

 (Bild: Böttcher AG)
Bild: Böttcher AG
Die Böttcher AG    hat ihren Umsatz im laufenden Jahr um rund zwölf Prozent gesteigert und damit erneut stärker als der Gesamtmarkt zugelegt. Wachstumstreiber seien vor allem zahlreiche NeukundInnen gewesen. Im Bestandsgeschäft beobachtet das Unternehmen jedoch eine zunehmende Zurückhaltung vieler Firmenkunden. GroßkundInnen würden Bestellmengen reduzieren oder verstärkt günstigere Alternativen wählen.

Als Ursachen nennt das Unternehmen unter anderem hohe Energiepreise, steuerliche Belastungen, Bürokratie sowie fehlende Planungssicherheit am Standort Deutschland. Angesichts dieser Rahmenbedingungen habe die Böttcher AG beschlossen, geplante Investitionen zunächst zurückzustellen und die weitere wirtschaftliche Entwicklung abzuwarten.

Betrugsfälle verursachen hohe Schäden

Zusätzlich sieht sich der Online-Händler nach eigenen Angaben mit zunehmenden Betrugsfällen konfrontiert. Dazu zählen Identitätsdiebstahl, Dreiecksbetrug, Bestellungen unter falschem Namen sowie Paketdiebstahl. Die Schäden bewegten sich jährlich im mittleren bis hohen sechsstelligen Bereich.

Geopolitische Konflikte wie der Iran-Konflikt hätten derzeit keine direkten Auswirkungen auf das operative Geschäft. Die größten Herausforderungen lägen vielmehr im nationalen wirtschaftlichen Umfeld.

Am Standort Jena plant die Böttcher AG zudem, die Artikelgruppen Baumarkt und Werkzeug nach Zöllnitz zu verlagern. Die Umsetzung soll rund zwölf Monate dauern.

Unternehmen hebt Mitarbeiterbindung hervor

Trotz der angespannten Lage betont das Unternehmen die Bedeutung langfristiger Mitarbeiterbindung. Ein Mitarbeiter sei für 25 Jahre Betriebszugehörigkeit mit einer Prämie von 25.000 Euro ausgezeichnet worden.

Auch die Gesundheitsquote habe sich 2025 positiv entwickelt. Nach Angaben des Unternehmens entfielen durchschnittlich lediglich fünf Krankheitstage pro MitarbeiterIn und damit deutlich weniger als im Bundesdurchschnitt.
alle Optionen Mitglied werden auf neuhandeln

Abonnieren Sie unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter!

alle Veranstaltungen Webcasts zu diesem Thema:
Dienstleister-Verzeichnis Agenturen/Dienstleister zu diesem Thema: