[Update] Schuhe24: Händler klagen über ausbleibende Auszahlungen - Betreiber widerspricht
17.03.2026 Mehrere Händler berichten von Verzögerungen bei Auszahlungen über den Marktplatz Schuhe24. Das Branchenmagazin Schuhkurier schildert Fälle, in denen Händler bereits juristische Schritte eingeleitet haben. Nun widerspricht der Plattformbetreiber dieser Darstellung.
[UPDATE] Inzwischen liegt der neuhandeln-Redaktion ein Statement vom Schuhe24-Betreiber vor. Demnach handele es sich nicht um Zahlungsverzögerungen, sondern um einen "normalen Vorgang" im Rahmen von Kündigungen. In dem Statement heißt es, dass "nur jene Händler jeden Monat Zahlungen erhalten, die auch nicht im Status gekündigt sind. Einzelne Händler nehmen ihre Artikelbestände teilweise oder ganz offline, dann behalten wir das Saldo ein für drei Monate, um Kunden zu erstatten. Dies ist ein normaler Vorgang auch bei anderen Plattformen, um Kunden abzusichern. Dies betrifft nur wenige Händler. [/UPDATE]
Schuhe24 wirbt damit, Schuhe von "echten", lokal ansässigen Fachhändlern zu verkaufen und so kleine und lokale Händler zu unterstützen. Wie Wortfilter berichtet, sollen nach Angaben von betroffenen Händler Auszahlungen aber teilweise seit August 2025 ausbleiben. Mehrere Händler aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands hätten gegenüber "Schuhkurier" geschildert, dass sie weiterhin Abrechnungen erhielten, die entsprechenden Gelder jedoch nicht ausgezahlt worden seien.
Eine Händlerin berichtet, sie habe ihre Zusammenarbeit mit Schuhe24 inzwischen beendet. In einem Fall habe sie mehr als vier Monate auf einen vierstelligen Betrag warten müssen. Erst nachdem sie rechtliche Schritte angedroht habe, sei das Geld in mehreren Raten überwiesen worden.
Teilweise sollen fünfstellige Summen offen sein
Ein weiterer Händler erklärt, verspätete Auszahlungen seien bei Schuhe24 zwar bereits früher vorgekommen, bislang habe er das Geld jedoch letztlich immer erhalten. Seit August 2025 sei jedoch überhaupt keine Auszahlung mehr erfolgt.Nach seinen Angaben steht inzwischen ein fünfstelliger Betrag aus Verkäufen über den Marktplatz offen. Ein Teil der Forderung sei bereits anwaltlich geltend gemacht worden. Laut Aussage des Händlers habe "The Platform Group" dem Anspruch widersprochen.
Auch ein dritter Händler berichtet von rechtlichen Schritten. Nach einer zunächst problemlosen sechsmonatigen Testphase sei die Zusammenarbeit in einen Zwei-Jahres-Vertrag übergegangen. Kurz danach hätten die Schwierigkeiten begonnen.
Der Händler gibt an, bereits zweimal Klage eingereicht zu haben, um offene Forderungen einzutreiben. Nach der ersten Klage sei eine Zahlung erfolgt. Nach der zweiten Klage stehe weiterhin eine niedrige fünfstellige Summe aus.
Ein anderer Händler schildert ebenfalls monatelange Verzögerungen. Nachdem mehrere Kontaktversuche erfolglos geblieben seien, habe er ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet und schließlich Klage eingereicht. Seine Kritik fällt deutlich aus: "Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sieht anders aus. Wir haben es hier mit einer krassen Form des Vertragsbruchs zu tun."
Plattform wirtschaftlich gesund
Zu The Platform Group gehören neben Schuhe24 weitere spezialisierte Marktplätze mit ähnlichem Geschäftsmodell. Für das Geschäftsjahr veröffentlichte das Unternehmen durchaus positive Zahlen. So soll das Bruttowarenvolumen (GMV) 1,3 Milliarden Euro betragen haben, was einem Wachstum von 44 Prozent gegenüber Vorjahr entspricht. Der Umsatz stieg zugleich auf 728 Millionen Euro (+ 38,8 Prozent gegenüber Vorjahr), der Nettogewinn von 32,7 auf 46,5 Millionen Euro (+ 42,2 Prozent).Abonnieren Sie unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter!

