DM startet OTC-Onlineapotheke
15.12.2025 Es ist ein Baustein beim Ausbau seines Omnichannel-Geschäftsmodells: Der Omnichannel-Drogeriemarkt startet am 16. Dezember 2025 seinen Onlineshop für rezeptfreie Arzneimittel. Dahinter liegt eine umfassende Strategie.
DM-med geht mit rund 2.500 OTC-Arzneimitteln und 1.000 Produkten aus dem Bereich Hautkosmetik an den Start. Man sehe darin großes Potential. Kundinnen und Kunden hätten auf der dm-Homepage oft nach solchen Produkten gesucht, die dm bis dato nicht habe verkaufen dürfen. Diese Kund:innen wolle man nicht verlieren, so Wener. "Dass DM-med als Online-Apotheke aufgesetzt werden muss, ist eine Folge der gesetzlichen Vorgaben." Erhältlich sollen rezeptfreie Medikamente sein, die über ein Logistikzentrum in Tschechien verteilt werden. Ein ähnliches Angebot für Österreich könnte folgen.
Christoph Werner hatte bei der Vorstellung des Geschäftsbericht 2024/2025 bereits den Fokus auf Digitalisierung und Onlineservices betont: "Die konsequente Weiterentwicklung unserer Stärken und Erneuerungen beim Sortiment sowie innovative Services haben im Geschäftsjahr 2024/2025 dafür gesorgt, dass DM in einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld Kundinnen und Kunden, Umsatz und Marktanteile hinzugewinnen konnte."
In Deutschland erhöhte sich der Umsatz um 6,5 Prozent auf 13,279 Milliarden Euro. In Deutschland beschäftigt DM 63.648 Menschen, darunter 4.418 Auszubildende. Täglich kaufen 2,2 Millionen Menschen in Deutschland bei DM ein. Die App nutzen mittlerweile 12,5 Millionen Kundinnen und Kunden. Laut dem Marktforschungsinstitut Nielsen IQ liegt der Marktanteil in Deutschland nun bei 27,5 Prozent (Vorjahr: 27,1 Prozent).
Für Werner ist der Zuwachs das Ergebnis einer konsequenten Omnichannel-Strategie: "Wir werden unsere erfolgreiche Omnichannel-Strategie weiter ausbauen." Kundinnen und Kunden kaufen sowohl stationär als auch online ein, nutzen Abholservices in den Märkten und profitieren von Express-Lieferungen in vielen Großstädten. Der Online-Handel verzeichnet ein zweistelliges Umsatzplus. Um die steigende Nachfrage zu bedienen, eröffnet dm bis Februar 2026 ein zweites Online-Verteilzentrum in Heideloh bei Leipzig. Bislang erfolgte die Abwicklung ausschließlich im tschechischen Bor.
Im Hintergrund treibt DM die Digitalisierung voran. "Wir haben mit dmGPT verprobt, wie wir mithilfe Künstlicher Intelligenz neue Produkte entwickeln sowie Texte und Präsentationen erstellen und wie wir mittels Chatbots Kundenanfragen besser beantworten können," erklärt Werner. Mit der Einführung von SAP S/4HANA sollen künftig alle Prozesse, Daten und Ressourcen effizienter gesteuert werden.
Der Aufbau einer Versand-Apotheke ist zentrales Projekt des Onlinechannel-Anbieters: "Das Gesundheitssystem braucht einen grundlegenden Wandel hin zu mehr Prävention und Gesundheitsförderung," betont Werner. Digitale Innovationen, Telemedizin und Wearables wie Smartwatches spielen dabei eine wachsende Rolle.
Im August 2025 startete dm Pilotprojekte in Testmärkten: Augenscreening mit Skleo Health , KI-gestützte Hautanalyse mit dermanostic , Blutanalysen mit Aware Health sollen Produkterweiterungen testen helfen. Unter der Marke Mivolis bietet dm seit August 2025 neue Selbsttests mit Labordiagnostik an. "Wir werden mit neuen Produkten und innovativen Dienstleistungen unsere erlebbare Kompetenz für unsere Kundinnen und Kunden stärken," so Werner.
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