Angriffswelle

Zero-Day-Lücke bedroht Magento- und Adobe-Shops

von Dominik Grollmann

08.09.2026 Angreifer nutzen derzeit eine bislang ungepatchte Sicherheitslücke in Magento und Adobe Commerce aus, um Schadcode auf Onlineshop-Servern auszuführen. Betroffene Händler sollten ihre Systeme kurzfristig überprüfen und insbesondere auffällige Fehlermeldungen bei Zahlungen untersuchen.

 (Bild:  Dr StClaire auf Pixabay)
Bild: Dr StClaire auf Pixabay
Eine bislang ungepatchte Sicherheitslücke in Magento   und Adobe Commerce   wird seit dem 4. September aktiv für Angriffe auf Onlineshops ausgenutzt, berichtet das Online-Portal Golem   unter Berufung auf Sicherheitsforscher von Sansec  . Die von Sansec als "StyleSmuggler" bezeichnete Angriffsmethode ermöglicht es Angreifern demnach, Schadcode auf anfälligen Shopsystemen auszuführen und eine Backdoor zu installieren.

Über manipulierte Style-Eigenschaften sollen Angreifer bestehende Sicherheitsmechanismen umgehen und unter anderem bei der Erstellung von Fehlerberichten PHP-Code einschleusen können. Ausgeführt werde der Schadcode anschließend beim Generieren von E-Mails zu angeblich fehlgeschlagenen Zahlungen. Die EmpfängerInnen müssen die Nachrichten dafür nicht öffnen.

Auffällige Zahlungs-EMails können Angriff anzeigen

Shopbetreiber sollten laut Sansec insbesondere auf ein ungewöhnlich hohes Aufkommen von E-Mails zu fehlgeschlagenen Zahlungen achten. Diese könnten auf einen laufenden Angriff hindeuten. Ziel der Angreifer sei es, eine in Rust entwickelte Anwendung auf dem Server zu installieren, die im Hintergrund auf weitere Befehle wartet und damit als Backdoor dient.

Eine weitere Nutzung dieser Backdoor hat Sansec bislang nicht beobachtet. Auch das Ausmaß der laufenden Angriffswelle ist noch unklar. Als mögliche kurzfristige Schutzmaßnahme nennt Sansec das Deaktivieren von GraphQL  . Darüber hinaus stellt das Unternehmen in seinem Sicherheitsbericht technische Kompromittierungsindikatoren für die Überprüfung betroffener Systeme bereit.

Auch aktuelle Magento-Version betroffen

Nach Angaben der Sicherheitsforscher gelten sämtliche derzeit unterstützten Versionen von Magento und Adobe Commerce bis einschließlich Version 2.4.9 als anfällig. Zum Zeitpunkt der Warnung stand noch kein Sicherheitsupdate zur Verfügung.

Der nächste reguläre Patchday von Adobe   ist für den 8. September vorgesehen. Ob dabei bereits eine Korrektur für die Zero-Day-Lücke veröffentlicht wird, war zunächst offen.
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