Logistik

Starke Lieferengpässe bei jedem dritten Unternehmen

von Christian Gehl

26.09.2025 Weiterhin ist kaum ein deutsches Unternehmen nicht durch Lieferengpässe und Preisanstiege eingeschränkt. Vor allem Halbleiter sind schwer zu bekommen. Jede zweite Firma hat ihre Lieferketten deshalb diversifiziert.

Engpässe bei Lieferanten schränken den Geschäftsbetrieb der meisten Unternehmen in Deutschland weiter ein. (Bild: monikawl999 / pixaby.com)
Bild: monikawl999 / pixaby.com
Engpässe bei Lieferanten schränken den Geschäftsbetrieb der meisten Unternehmen in Deutschland weiter ein.
Die meisten Unternehmen (83 Prozent) sind weiter von Lieferengpässen betroffen, fast ein Drittel sogar stark. Immerhin sinkt die Anzahl der Tage, an denen der Betrieb deshalb gestoppt werden musste - von 35 in 2021 auf 27 in diesem Jahr. Zu diesen Ergebnissen kommt eine im Auftrag von Reichelt Elektronik    durchgeführte OnePoll  -Studie unter 500 deutschen Industrieunternehmen.

Weitere Zahlen: Schätzten im Jahr 2023 noch 44 Prozent der Unternehmen den Einkauf von Bauteilen als schwierig ein, so waren es 2025 nur noch 25 Prozent. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen rechnet mit einer Verbesserung der Situation in den nächsten zwölf Monaten.

Bei einzelnen Produktgruppen bleibt die Versorgungslage allerdings schwierig: 44 Prozent der Befragten berichten von Problemen beim Kauf von Halbleitern - 14 Prozentpunkte mehr als im letzten Jahr und damit wieder Spitzenreiter unter den Bauteilen. Auf Platz zwei und drei folgen Ersatzteile (39 Prozent) und Sensoren (37 Prozent).

Noch mehr als mit Lieferkettenengpässen kämpfen die Unternehmen mit Preisanstiegen (79 Prozent) bei kritischen Komponenten. Zudem berichten auch mehr Firmen über den Konkurrenzdruck durch billigere Herstellern (59 Prozent).

Jede zweite Firma hat zu lokalen Lieferanten gewechselt

Mehr als die Hälfte der Unternehmen hat aus diesen Gründen ihre Lieferkette diversifiziert und weitere 44 Prozent planen dies. 46 Prozent haben zu lokaleren Lieferanten gewechselt, um unabhängiger von globalen Lieferketten zu sein. Um die Resilienz der Lieferketten weiter zu stärken, investieren deutsche Unternehmen zusätzlich in die Automatisierung. So haben 38 Prozent im letzten Jahr in Automatisierungslösungen für ihre Lieferkette investiert, während weitere 41 Prozent dies für das nächste Jahr planen. Zudem nahmen 43 Prozent Optimierungen an bereits bestehenden Lösungen vor.

Gefragt nach den Bereichen der Lieferkette, die bereits automatisiert laufen, antworteten die meisten (62 Prozent), dass dies bei der Bestandsverwaltung der Fall sei. Dahinter wurden die Auftragsabwicklung (56 Prozent) sowie Transparenz und Nachverfolgung, etwa eine durchgängige Sendungsverfolgung, (47 Prozent) genannt. Technologien wie eine smarte Lieferkette, die bei einer vorausschauenden Planung unterstützen kann, wurde dagegen eher selten genannt (32 Prozent).
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