Handel in Österreich

Ja, Leiwand! Die Österreicher zieht's wieder ins G'schäft

von Sebastian Halm

08.06.2026 Der stationäre Handel hat in Österreich 2025 seine dominante Rolle im Einzelhandel weiter gefestigt.

 (Bild: Zebra Technologies)
Bild: Zebra Technologies
Nach einer Studie des Handelsverband Österreich    und von Kreutzer Fischer & Partner   entfielen 87,5 Prozent der Einzelhandelsausgaben auf stationäre Einkaufskanäle. Zwar wuchs der E-Commerce um 4,1 Prozent, doch in mehreren wichtigen Warengruppen sank der Online-Anteil.

Insgesamt gaben österreichische Haushalte 2025 rund 80,7 Milliarden Euro für Waren im Einzelhandel aus. Damit wurde erstmals die Marke von 80 Milliarden Euro überschritten. Die Ausgaben stiegen nominal um 2,6 Prozent und real um 0,8 Prozent.

Besonders deutlich zeigt sich die Rückkehr in die Geschäfte bei Lebensmitteln, Mode und Sportartikeln. Der Online-Anteil bei Lebensmitteln sank das vierte Jahr in Folge und liegt nur noch bei 2,2 Prozent. Im Modehandel ging der Online-Anteil auf 29,3 Prozent zurück, bei Sportartikeln auf 14,8 Prozent. Als Gründe nennen die Studienautoren unter anderem die Bedeutung von Beratung und Einkaufserlebnis sowie den Boom bei Verleihmodellen im Sporthandel.

Online wächst bei Gesundheit, Elektronik und Möbeln

Wachstumstreiber im E-Commerce bleiben dagegen Medikamente, Drogeriewaren und Kosmetik. Hier stiegen die Online-Ausgaben um 13,5 Prozent. Auch bei Möbeln und Wohnungseinrichtung legten die Online-Umsätze zweistellig zu. Im Elektronikhandel wuchsen die Online-Ausgaben um 5,2 Prozent, der Online-Anteil erreichte 33,6 Prozent.

Besonders stark entwickelten sich Computer- und Videospiele mit einem Umsatzplus von 14,4 Prozent. Die Kategorie erreicht einen Online-Anteil von 68 Prozent. Noch stärker digitalisiert ist lediglich der Erotikmarkt, bei dem bereits 82 Prozent der Ausgaben online erfolgen.

Überdurchschnittliche Wachstumsraten verzeichneten zudem Kunst und Antiquitäten mit plus 13,3 Prozent sowie Handfeuerwaffen mit plus 9,9 Prozent. Die Studienautoren führen den Anstieg bei Waffen auf ein gestiegenes Sicherheitsbedürfnis zurück. Nach Einschätzung des Handelsverbands entscheidet heute weniger die Frage "online oder offline" über den Vertriebserfolg, sondern vielmehr, welcher Kanal am besten zum jeweiligen Produkt und Nutzungskontext passt.
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