Marktlage

Online vs. Stationär: Jeder leidet - aber ganz anders

von Dominik Grollmann

04.02.2026 Während Online-Händler über Kaufzurückhaltung, scharfe Konkurrenz und verändertes Kundenverhalten klagen, leiden stationäre Anbieter unter hohen Betriebskosten und Rabattdruck. Eine Umfrage des Zahlungsanbieters SumUp zeigt die Unterschiede zwischen stationären Geschäften und Online-Händlern.

 (Bild: Mastercard)
Bild: Mastercard
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland belastet den Handel je nach Vertriebskanal sehr unterschiedlich, wie eine aktuelle Umfrage von SumUp   zeigt (komplette Studienergebnisse hier  ). Während stationäre Händler vor allem unter steigenden Betriebskosten leiden, kämpfen Online-Unternehmen stärker mit intensivem Wettbewerb und einer zunehmenden Kaufzurückhaltung der Kunden.

Besonders groß ist die Sorge im stationären Handel mit Blick auf laufende Kosten. Dort nennen 44 Prozent der befragten Unternehmen steigende Nebenkosten als zentrale Belastung. Im Online-Handel spielt dieses Thema eine deutlich geringere Rolle: Nur 22 Prozent der digitalen Händler sehen hier ein akutes Problem.

Online-Händler spüren Konkurrenz und zögernde Kundschaft

Dafür ist der Wettbewerbsdruck im Netz deutlich ausgeprägter. Fast jedes vierte Online-Unternehmen, konkret 23 Prozent, sieht die zunehmende Konkurrenz als größte Herausforderung. Im stationären Handel betrifft dies lediglich 13 Prozent der Betriebe. Auch das sich wandelnde Kundenverhalten belastet Online-Shops stärker: 17 Prozent nennen diesen Faktor, gegenüber neun Prozent im stationären Geschäft.

Die Veränderungen zeigen sich dabei unterschiedlich. Im stationären Handel berichten 35 Prozent der Unternehmen von steigenden Erwartungen an Rabatte und Niedrigpreise. Online ist dieser Preisdruck mit 27 Prozent etwas geringer. Dafür beobachten 34 Prozent der Online-Händler, dass Kaufentscheidungen immer häufiger aufgeschoben werden. Im stationären Handel liegt dieser Wert bei 26 Prozent.

Insgesamt verzeichnet fast jedes vierte Online-Geschäft, konkret 24 Prozent, einen generellen Rückgang der Kauffreude. Im stationären Handel fällt dieser Wert mit 17 Prozent niedriger aus, bleibt für viele Händler aber ebenfalls spürbar.

Pessimistische Aussichten im stationären Handel

Die unterschiedlichen Belastungen spiegeln sich auch in den Erwartungen an die kommenden Monate wider. Nur 23 Prozent der stationären Händler rechnen mit einem Gewinnwachstum. Im Online-Handel zeigen sich deutlich mehr Unternehmen optimistisch: Dort erwarten 38 Prozent steigende Gewinne. Stattdessen stellt sich im stationären Bereich mit 40 Prozent ein großer Teil der Betriebe auf stagnierende Ergebnisse ein, während dies im E-Commerce nur 26 Prozent erwarten.

Auch bei der Mitarbeiterbindung gehen die Handelsmodelle unterschiedlich vor. Im stationären Handel konnten 37 Prozent der Unternehmen ihr Personal durch höhere Löhne und Boni halten. Online-Händler tun sich hier schwerer: Ebenfalls 37 Prozent geben an, bislang keine wirksamen Strategien zur langfristigen Bindung von MitarbeiterInnen gefunden zu haben.
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