Künmstliche Intelligenz

KI im Handel: Große Erwartungen, kleine Rendite

von Sebastian Halm

31.03.2026 Fast alle Händler testen künstliche Intelligenz - doch nur eine kleine Minderheit erzielt damit bislang messbare wirtschaftliche Erfolge. Eine neue Studie zeigt, woran es hakt und wo jetzt Handlungsbedarf besteht.

 (Bild: Sebastian Halm/KI-generiert mit ChatGPT)
Bild: Sebastian Halm/KI-generiert mit ChatGPT
95 Prozent der Einzelhändler haben künstliche Intelligenz bereits im Marketing oder E-Commerce getestet, aber nur fünf Prozent erzielen damit einen klaren, skalierbaren Return on Investment, wie eine Studie von Voyado   und Retail Economics   zeigt.

Grund für diese Diskrepanz ist laut den StudienautorInnen nicht der Zugang zur Technologie, sondern fehlende Dateninfrastruktur und unzureichend entwickelte Prozesse. Viele Unternehmen experimentieren zwar mit KI, schaffen jedoch nicht die Voraussetzungen, um daraus nachhaltigen wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen.

Die Untersuchung basiert auf einer Befragung von 300 Führungskräften aus Marketing und E-Commerce in Europa. Dabei zeigt sich: Der Einsatz von KI steht häufig noch am Anfang und bleibt in vielen Fällen isoliert, ohne tief in Geschäftsprozesse integriert zu sein.

Daten und Organisation als Engpass


Besonders deutlich wird die Rolle der Datenbasis. Fortschrittliche Händler nutzen laut Studie fast doppelt so viele Datenquellen wie Unternehmen mit mittlerem Reifegrad. Ohne solide Datengrundlage bleibe das Potenzial von KI jedoch begrenzt. Auch organisatorische Faktoren bremsen den Fortschritt: 58 Prozent nennen fehlende Kompetenzen als größtes Hindernis. Hinzu kommen interner Widerstand, rechtliche Unsicherheiten und mangelndes Vertrauen in KI-Entscheidungen. Vier der fünf größten Hürden sind damit nicht technischer Natur. "Ohne die richtige Datengrundlage und den richtigen Kontext bleibt die Wirkung aus", sagt Felix Kruth , Chief Product Officer bei Voyado.

Milliardenbudget verschiebt sich Richtung KI

Trotz der aktuellen Herausforderungen wird der Einfluss von KI auf den Handel weiter stark wachsen. Bis 2030 werden laut Studie 39 Prozent der Marketing- und E-Commerce-Budgets in der DACH-Region - rund 7,3 Milliarden Euro jährlich - in Bereiche fließen, die direkt von KI betroffen sind.

Vor allem datenintensive Felder wie Analytik, Kundenbindung und Customer-Relationship-Management gelten als besonders schnell KI-fähig. Kreative Aufgaben bleiben zwar stärker menschlich geprägt, werden aber ebenfalls wirtschaftlich beeinflusst. Gleichzeitig erwarten 71 Prozent der Befragten, dass KI innerhalb von zwei Jahren zum Standard im Marketing wird. 45 Prozent rechnen in diesem Zeitraum auch mit messbaren Erträgen.

Die StudienautorInnen sehen die kommenden zwei Jahre als entscheidend. Händler, die jetzt keine tragfähigen Datenstrukturen, Kompetenzen und Prozesse aufbauen, könnten im Wettbewerb zurückfallen. "KI entwickelt sich von einem Experiment zu einer Wettbewerbsnotwendigkeit", erklärt Richard Lim , CEO von Retail Economics. Entscheidend sei, dass Unternehmen KI nicht nur testen, sondern strategisch in ihre Geschäftsmodelle integrieren.
alle Optionen Mitglied werden auf neuhandeln

Abonnieren Sie unseren kostenlosen wöchentlichen Newsletter!

alle Veranstaltungen Webcasts zu diesem Thema:
Dienstleister-Verzeichnis Agenturen/Dienstleister zu diesem Thema: